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Wehrhahn Düsseldorf: 400 Wohnungen sollen entstehen

Düsseldorf : 400 Wohnungen am Wehrhahn

Leben gleich neben den Bahngleisen: Dieses Experiment wagen Entwickler an der Worringer Straße. Die Neubauten dort sollen mit Luxus nichts zu tun haben, sondern auch für Familien und junge Paare erschwinglich sein.

Dieses Grundstück liegt ein bisschen versteckt, etwa so wie das Gleis neundreiviertel bei Harry Potter. Es ist unansehnlich, hat aber viel Potenzial: Nur ein paar Meter sind es zum S-Bahnhof Wehrhahn, das Boom-Viertel Flingern-Nord beginnt auf der anderen Seite der Brücke, und bald geht die neue U-Bahn gleich vor der Tür in Betrieb. Dennoch: Wohnungsbau würde auf dem Gelände zwischen dem ersten Teilstück der Worringer Straße am Wehrhahn und den Bahngleisen wohl kaum jemand erwarten. Doch genau den soll es auf dem Areal geben: 400 Wohnungen sollen Mitte 2018 bezugsfertig sein, errichtet in fünf- bis achtgeschossigen Bauten, deren Dächer begrünt werden.

Wenn man das 18 500 Quadratmeter große Grundstück finden möchte, orientiert man sich am besten am bekannten Elektronik-Markt Granderath. Von dort sind es nur wenige Meter bis zur Einfahrt an der Worringer Straße, die auf einen großen Hof führt. Hier hat sich der Weinhändler Rot-Weiss angesiedelt, ein größerer Büro-Komplex, der beinahe leer steht, überragt das rechteckige Areal. All diese Gebäude sollen im kommenden Jahr fallen, im ersten Quartal 2017 soll es dann mit dem Wohnungsbau losgehen.

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In einem Joint-Venture haben die Entwickler Bema und die ABG-Untergruppe das Gelände von der Aurelis gekauft, die den Rahmenplan für das Quartier Central entwickelt und die Grundstücke nach und nach veräußert hat. Während im Norden das "Le Flair" in Richtung Münsterstraße komplettiert wird, geht es nun um das einzige Teilstück südlich des Wehrhahns.

Doch anders als im übrigen Quartier Central sollen die Preise bei Eigentumswohnungen nicht über 4000 Euro pro Quadratmeter liegen. Unter 3000 und bis 3500 Euro maximal ist die Marschroute. "Luxus gibt es in Düsseldorf bei Neubauten genug", ist die interne Aussage der Entwickler. Man will sich an junge Familien und Paare wenden, hauptsächlich geht es um nicht allzu große Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen, die 80 bis 90 Quadratmeter umfassen. Die Grundrisse sind optimiert, was eher kleinteilig und praktisch bedeutet; wer jedoch einen größeren Raum haben will, kann in der Planungsphase eine Trennwand entfernen lassen.

Das Düsseldorfer Handlungskonzept Wohnen wird angewendet. 80 Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden, weitere 80 zu preisgedämpften Mieten zu haben sein (8,50 Euro Kaltmiete pro Quadratameter).

Zu den Bahngleisen ist der Lärmschutz eine diffizile Angelegenheit. Die Wohnräume zu dieser Seite haben Glasscheiben, aber keine Fenster zum Öffnen - diese gibt es nur in Küche oder Bad. Dafür sind Wohnloggien vorgesehen, die viel Licht garantieren - auf die besondere urbane Atmosphäre, die sich am Abend beim Blick über die Gleise auf die Bebauung auf der anderen Seite in Flingern einstellt, wird bereits heute hingewiesen.

Die Details müssen nun mit der Stadtverwaltung abgestimmt werden. Dann wird sich auch zeigen, ob die Stadt den üblichen Stellplatzschlüssel, der pro Wohnung einen Parkplatz vorschreibt, reduziert. Am liebsten würden die Entwickler angesichts der zentralen Lage und der Nähe zum ÖPNV davon abweichen und dafür in der Tiefgarage Raum für Car-Sharer und viel Platz für Fahrräder reservieren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So soll die Stadt nach dem U-Bahn-Bau aussehen

(RP)