Stadtmitte: Polizisten verletzt - Haftstrafe

Stadtmitte: Polizisten verletzt - Haftstrafe

Teilnehmer der Kurden-Demo schoss mit einer Zwille Münzen und Gegenstände.

Vier Monate nach gewalttätigen Ausschreitungen bei einer Kurden-Demo hat das Amtsgericht einen der damaligen Teilnehmer zu einer hohen Bewährungsstrafe verurteilt.

Der 34-Jährige gab zu, Anfang November 2017 bei der Versammlung mit rund 7000 Teilnehmern mit einer Zwille mehrfach Münzen und andere Metallgegenstände auf Polizeibeamte abgeschossen zu haben. Einer der Polizisten wurde im Nacken getroffen und leicht verletzt. Wegen gefährlicher Körperverletzung, Widerstands und Landfriedensbruchs hat das Gericht jetzt ein Jahr und neun Monate Haft gegen den Angreifer verhängt, die Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Tausende Kurden waren an jenem Samstag durch die City gezogen, um für die Freilassung des in der Türkei inhaftierten PKK-Führers Abdullah Öcalan (69) zu demonstrieren. Weil beim Protestzug aber trotz gerichtlichen Verbots hunderte Fahnen mit dem Gesicht von Öcalan gezeigt wurden, hat die Polizei die Demonstranten zunächst gestoppt, die Versammlung später sogar komplett aufgelöst.

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Durch gewalttätige Ausschreitungen, bei denen Fahnenstangen und Wasserflaschen gegen die Einsatzkräfte geworfen wurden, sind sechs Polizisten leicht verletzt worden, zwei weitere sogar schwer. Auch drei Demonstranten erlitten Blessuren. Sieben Personen nahmen die Beamten vorübergehend in Gewahrsam, darunter den 34-Jährigen. In Videoaufnahmen war er eindeutig als Zwillen-Schütze zu erkennen. Er gab an, er habe die Zwille erst bei der Demo "gefunden" und spontan eingesetzt.

Doch Fotos auf seinem Smartphone belegten, dass er jene Zwille, die unter das Waffengesetz fällt, schon seit Anfang 2017 besaß. Das Gericht betonte, dass die abgeschossenen Metallstücke eine "erhebliche Aufprallenergie" hatten, dass die meisten Geschosse aber an Helmen oder der Schutzkleidung der Beamten abgeprallt waren. Die Bewährungs-Chance wurde dem Schützen nur gewährt, weil er nicht vorbestraft war und die vier Monate seit der Demo in Untersuchungshaft verbracht hatte. Das Urteil ist rechtskräftig.

(wuk)