Stadtmitte : Kunst statt Kirchenbänke

Die Johanneskirche ist neuerdings ausgelegt mit einem Teppich, den Frauke Dannert gestaltet hat.

Die Kirchenbänke sind aus dem Kirchenschiff verschwunden, der schwarze Schieferboden einem gemusterten Teppich gewichen. Die Johanniskirche hat sich verändert. Grund dafür ist die Rauminstallation der Künstlerin Frauke Dannert, die bis zum 12. Februar zu sehen ist. Unter dem Titel "Makom", was auf Hebräisch so viel bedeutet wie Raum oder Platz, wurde innerhalb von zwei Tagen der gesamte Boden mit einem Teppich in den Farben Weiß, Beige, Rot, Blau und Grau ausgelegt.

Die Formen, die dabei entstanden sind, sollen dabei die Farben und Formen der Säulen und Decken ergänzen und teils wiedergeben, so Kuratorin Nathalie Dimic. Für den Kirchenalltag bedeutet die Installation eine große Umstellung. Die sonst so starre Gliederung des Raums durch die Bänke wird aufgehoben, die Kirchgänger werden dazu angehalten, auf der Empore der Kirche Platz zu nehmen, sich mit Hockern ungezwungen im Raum zu verteilen oder sich sogar direkt auf den Teppich zu setzen. Ein einem Symposium am 10. Februar, das Studentinnen der Kunstgeschichte an der Heinrich-Heine-Universität organisierten, wird sich beispielsweise mit der Frage "Welche Kunst braucht Kirche?" beschäftigen. Am 20. Januar um 19 Uhr wird Performance-Künstlerin Biba Bell den Raum bespielen. Der Eintritt ist frei. Für beide Termine wird um Anmeldung gebeten unter der N ummer 0211 135811.

(stt)