Stadtmitte: Düsseldorfer Geschichte auf mehr als 400 Seiten

Stadtmitte : Düsseldorfer Geschichte auf mehr als 400 Seiten

Der Düsseldorfer Geschichtsverein hat sein neues Jahrbuch herausgegeben. Schwerpunkt des 480 Seiten starken Bandes - immerhin der 85. - ist diesmal der Erste Weltkrieg, dessen Beginn sich im vergangenen Jahr zum hundertsten Mal jährte. 13 Beiträge im Jahrbuch beschäftigen sich mit diesem Thema, unter anderem geht es um das literarische Leben im Rheinland der Vorkriegszeit und die Lebensgeschichten jüdischer Kriegsteilnehmer. Teil des Bandes ist auch das Tagebuch von Emil Johann Fridericis, der als Augenzeuge die Kriegsjahre in Düsseldorf verbracht hat.

In weiteren Beiträgen geht es um die Anfänge der Luftfahrt in Düsseldorf, besonders in Lohhausen, wo bereits vor 90 Jahren der erste Linienflug von Düsseldorfer Boden aus stattfand. Der Leiter des Düsseldorfer Stadtarchivs, Benedikt Mauer, hat sich auf die Spuren des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt begeben, eben jenes Mannes, dessen Sammlung den "Schwabinger Kunstfund" im Jahr 2012 ausmachte. Mehr als 1500 Werke, die als verschollen galten, wurden damals sichergestellt. Gurlitt hat in Düsseldorf gearbeitet, hier Gemälde restauriert, wie Mauer anhand der Personalakten feststellen konnte. Der Sammler war im vergangenen Jahr in München gestorben.

Gewürdigt wird in dem Band auch das Leben des Esperantisten Paul Tarnow, dessen Bekenntnis zu Weltoffenheit und Menschlichkeit den Nazis nicht gefiel und der als Verfolgter des Regimes einzustufen ist. Sein Sohn war bei der Präsentation des Buches anwesend.

Bemerkenswert ist auch ein Artikel über den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der vor seiner politischen Laufbahn bei Mannesmann in Düsseldorf gearbeitet hatte. Neben der Chronik der Stadt enthält der Band außerdem eine Bestandsaufnahme der Denkmalpflege im Jahr 2014. Das Buch kostet im Handel 35 Euro.

(RP)