Projektwoche in Düsseldorfer Schule Schulprojekt bringt 19 Fußball-Schiedsrichter hervor

Düsseldorf · Die Gymnasiasten haben nicht nur gelernt, ein Spiel zu pfeifen. So wurden auch das Selbstbewusstsein und die Entscheidungsfreudigkeit gestärkt.

 Cooper, Lea und Esad (v.l.) vom Luisen-Gymnasium nahmen mit 23 weiteren Schülern und Schülerinnen am DFB-Junior-Referee-Projekt teil.

Cooper, Lea und Esad (v.l.) vom Luisen-Gymnasium nahmen mit 23 weiteren Schülern und Schülerinnen am DFB-Junior-Referee-Projekt teil.

Foto: RP/Tino Hermanns

Die 650 Schüler und Schülerinnen des Luisen-Gymnasiums hatten die Wahl. Bei der Projektwoche zum Thema „Bewusstsein stärken“ wurde vieles angeboten, darunter auch das „DFB-Junior-Referee-Projekt“. 26 „Luisen“ entschieden sich genau dafür. „Für mich war es das spannendste und damit interessanteste Projekt“, erläutert Achtklässlerin Lea. „Schiedsrichter sind nicht immer die, die von allen gemocht werden. Genau deshalb habe ich Respekt vor ihnen, da sie sich immer wieder in diese Situationen begeben.“

Die Idee, an einem Gymnasium eine Schiedsrichterausbildung anzubieten, hatte Studienrat Dennis Meinhardt. Nicht ganz überraschend, war der 32-Jährige doch bereits Drittliga-Schiedsrichter und Kreislehrwart der Schiedsrichter-Vereinigung Fulda. „Ich habe selbst erlebt, wie man als Schiedsrichter einen großen Schritt in der Persönlichkeitsentwicklung macht, dass man lernt, Verantwortung zu übernehmen, schnell Entscheidungen zu treffen und mit charakterlich sehr unterschiedlichen Menschen umzugehen“, erklärt Meinhardt. „Da passt das Junior-Referee-Projekt perfekt in das Oberthema der Projektwoche. Deshalb habe ich einfach mal ein Bewerbungsschreiben abgeschickt.“ Als einzige und erste Schule im Düsseldorfer Raum erhielt das Luisen-Gymnasium den Zuschlag.

Also versammelten sich 26 Schüler im Alter von 13 bis 17 Jahren vier Tage lang zum theoretischen Teil in der Schule an der Bastionstraße und wurden zweimal zum praktischen Teil auf den Sportplatz vom SV Grün-Weiß-Rot kutschiert. „Wir haben uns ausführlich mit den 17 Regeln des Fußballs befasst, viele Videos gesehen, analysiert und durchgesprochen. Außerdem haben wir auf dem Sportplatz einige Szenen selbst durchgespielt“, erläutert Meinhardt.

So vorbereitet nahmen alle 26 Projektteilnehmer die Prüfung zum Fußballschiedsrichter in Angriff. Dazu gehörten unter anderem im sportlichen Teil 20 75-Meter Läufe in jeweils 17 Sekunden dazwischen lagen jeweils 20 25-Meter Läufe in 20 Sekunden. Im theoretischen Prüfungsteil kamen 30 Regelfragen dazu. Den Sporttest bestanden alle Prüflinge, richtig regelfest waren 19, wobei zwei Schiri-Kursteilnehmer erkrankt die Prüfung verpassten. „Sie bekommen die Gelegenheit, die Prüfung nachzuholen“, sagt Meinhardt. Dabei muss unter anderem die Fragen „Nahe der Seitenlinie will ein Spieler des Heimvereins den Ball zu einem Mitspieler schießen. Er trifft dabei den SR, von diesem prallt der Ball über die Seitenlinie. Wie wird das Spiel fortgesetzt?“ beantwortet werden.

Das schafften bereits zum Beispiel Lea, Cooper und Esad. Cooper war mit seinen 13 Jahren der jüngste Lehrgangsteilnehmer und spielt nicht mal in einem Verein Fußball. „Ich finde die Schiedsrichterposition interessant und wollte mal in diese Welt eintauchen“, verrät der Achtklässler. „Ich werde ein paar Spiele pfeifen, schauen, ob es mir Spaß macht und danach entscheiden, ob ich das Pfeifen tatsächlich zu meinem Hobby mache.“ Ganz alleine wird der Jugendliche seinen Mann noch nicht auf dem Spielfeld stehen müssen, ein paar seiner Freunde und Freundinnen sind ebenfalls Neu-Schiedsrichter geworden. „Wir haben uns versprochen, uns gegenseitig zu unterstützen“, so Cooper.

Seine Klassenkameradin Lea ist eine von fünf Mädchen, die die Schiedsrichterprüfung erfolgreich ablegten. „Ich habe Respekt vor meinen ersten Schiri-Einsatz, aber wir sind sehr gut vorbereitet“, erklärt sie. „Ich habe Respekt davor Fehler zu machen, aber die Freude auf meine Schiedsrichtertätigkeit überwiegt.“

Für den 16-jährigen Esad hat die Luisen-Projektwoche sogar direkte Auswirkungen. „Als Spieler gehöre ich auf dem Feld eher zu denjenigen, die mit Schiri-Entscheidungen nicht einverstanden sind und meckern. Jetzt, wo ich weiß, wie schwierig es ist und man es nicht immer allen recht machen kann, werde ich mein Verhalten ändern“, verspricht der Zehntklässler. „Mein Respekt dem Referee gegenüber ist auf jeden Fall gewachsen.“

Nach dem erfolgreichen Projekt will Meinhard im kommenden Schuljahr eine „Fußball-Referee-AG“ mit einer Wochenstunde für ein halbes Jahr anbieten. Prüfung zum Schiri inklusive.