Stadtmitte : Drei, zwei, eins - meins!

Schnäppchenjäger ersteigern Autos und Roller vom Ordnungsamt.

Es ist ein Glücksspiel. Alles, was die "Kunden" erkunden können, ist der äußere Zustand. Welche Macken die Fahrzeuge haben, ob die Motoren laufen oder nicht, ob die Bremsen ihrem Namen Ehre machen und tatsächlich bremsen, all das bleibt im Dunkeln. Bei den amtlichen Versteigerungen von sichergestellten Fahrzeugen gilt das alte Motto "gekauft wie gesehen".

"Das ist nichts für Laien. Wer hier mitbietet, sollte schon mindestens ein kenntnisreicher Schrauber sein", meint Motorradhändler Michael Joo. Er ist ist ein "alter Hase" und war bei der vom Düsseldorfer Ordnungsamt angesetzten Auktion von 26 Autos, einem Laster, zwei Auto-Anhänger, 18 Rollern, zwei Motorrädern und eines Quads gezielt unterwegs. "Ich kaufe hier in erster Linie Roller, die für mich als Ersatzteillager dienen. Das lohnt sich. Die Fahrzeuge wieder fit zu machen, lohnt sich meistens nicht", so Joo. Für einen Roller blätterte er nur 20 Euro hin. "Bei dem wollte ich nur den Auspuff. Der kostet eigentlich schon 50 Euro", sagt er. Obwohl Joo eigentlich vorher weiß, welche Modelle er haben will, gehen mit ihm manchmal doch die "Pferdestärken" durch. "Bei der letzten Versteigerung habe ich vier Autos ersteigert. Ich weiß gar nicht wieso", erläutert Joo lächelnd. Die Fahrzeuge müssen sofort bar bezahlt werden und noch am selbem Tag den Hof verlassen. Also beginnt nach der Versteigerung die eigentliche Arbeit. "Ich bin mit einem Transporter hier und denke, dass ich alle Roller dort hinein bekomme", so Joo.

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Die meiste Arbeit des Ordnungsamtes ist mit der Versteigerung erledigt. Bis dahin allerdings hatten Werner Schwarz und Kollegen alle Hände voll zu tun. Von der Feststellung, dass ein nicht zugelassenes Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum abgestellt wurde, über die Aufforderung das Fahrzeug zu entfernen, Ermittlung der Halter, Abschleppen und versteigern, laufen pro Fahrzeug im Schnitt 350 bis 400 Euro Kosten auf. "Können wir den Halter ermitteln, ist aber mit der Versteigerung die Sache nicht unbedingt erledigt. Sollte das Fahrzeug bei der Versteigerung nicht die Kosten decken, dann ergeht ein Gebührenbescheid an den Halter. Aber sollte nach Abzug der Kosten etwas übrig bleiben, erhalten die Halter den Restbetrag", erklärt Schwarz.

(RP)