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Stadtmitte/Altstadt: Auf der Jagd nach Raritäten

Stadtmitte/Altstadt : Auf der Jagd nach Raritäten

Das Stöbern beim "Record Store Day" ist für Plattenfans ein Muss. An diesem Tag werden in inhabergeführten Läden limitierte Platten und Sondereditionen angeboten - wie bei A&O in den Schadow Arkaden oder Hitsville in der Altstadt.

Trotz MP3 und Musikstreamingdiensten wie Spotify erfreuen sich Schallplatten noch immer großer Beliebtheit. Deshalb findet einmal im Jahr weltweit ein Record Store Day statt, der Plattenliebhabern Unveröffentlichtes und Raritäten bietet. So strömten am Samstag zahlreiche Plattenjäger in die Innenstadt, um ihre Sammlung mit Einzelstücken aufzuwerten.

Für Marc Meier ist der jährliche Record Store Day wie Weihnachten. Nicht nur, weil er sich als passionierter Plattensammler selbst auf die einzigartige Auswahl an Schallplatten freut, sondern weil ihm dieser Tag besonders hohe Umsätze in seinem Laden A&O Medien in den Schadow Arkaden bereitet. "Der Record Store Day ist unser umsatzstärkster Tag im gesamten Jahr", erzählt er. Das Angebot reichte von Modernem bis hin zu Klassikern, von Pop bis Rock. Darunter befanden sich bekannte Künstler und Bands wie Pink Floyd und Madonna, aber auch Unbekanntes wie die britische Rockband Fickle Pickle.

Wie groß noch immer das Interesse an Schallplatten trotz digitaler Musikangebote ist, zeigten die gegen Nachmittag zunehmend leerer werdenden Verkaufsstände. So war Magdalena Bohn schon zu spät. Sie suchte nach Platten der amerikanischen Metal-Band Quicksand sowie des deutsch-schweizerischen Singer-Songwriter-Duos Boy. Seit rund einem Jahr sammelt Magdalena Schallplatten. Dazu kaufte sie sich eigens einen Plattenspieler. Mit ihren 27 Jahren entstammt sie eigentlich einer Generation, die mit CDs assoziiert wird. Ihr Interesse an Schallplatten hat deshalb familiäre Gründe. "Mein Vater ist ein Plattenliebhaber und hat mich mit seiner Leidenschaft angesteckt", berichtet sie. Neben ihrer familiären Prägung geht es ihr beim Kaufen von Schallplatten aber in erster Linie um das besondere Erlebnis. Zwar nutzt sie auch Streamingdienste, doch das Hören von Schallplatten ist etwas Besonderes für sie. "Es ist ein bewussteres Musikhören", erzählt sie.

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Ein Argument, das auch Marc Meier unterschreiben würde. "Wer Musik liebt, der kauft sich LPs", sagt er. Neben dem bewussteren Erleben ginge es auch um eine bessere Qualität der Musik, die komprimierte MP3-Dateien nicht bieten könnten. Aber auch das haptische wie das gestaltete Cover schätzt Meier gegenüber digitaler Musik.

Zweite Anlaufstelle für Plattensammler in der Innenstadt war am Samstag das Geschäft Hitsville an der Wallstraße in der Altstadt. Auch dort freute sich Inhaber Ralf Brendgens über mehr Kundschaft und besondere Angebote. Darunter beispielsweise "The Piper at the Gates of Dawn", das Debütalbum von Pink Floyd. Zwischen 20 und 50 Euro mussten die Käufer für die Raritäten auf den Tisch legen.

Mittlerweile sieht Brendgens den Record Store Day etwas kritischer als noch vor einigen Jahren. Denn auch wenn ihm dieser Tag den höchsten Umsatz des Jahres garantiert, sieht er Teil der ursprünglichen Idee des Record Store Days zunehmend verwässert. Eigentlich sollen nur unabhängige, stationäre Geschäfte an dem Aktionstag teilnehmen, doch mit verschiedenen Tricks hätten sich laut Brendgens mittlerweile auch Onlinehändler unter die Teilnehmer gemogelt. Seit 25 Jahren betreibt Brendgens den Laden. Zwar bleiben Plattenläden ein Nischengeschäft, doch Brendgens beobachtet, dass das Interesse an Schallplatten in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Das bedeutet jedoch nicht automatisch auch mehr Umsatz. Denn durch das gestiegene Interesse sei auch die Konkurrenz größer geworden.

Am Abend wurde der Record Store Day dennoch ausgelassen gefeiert. Im Max Brown Midtown Hotel feierten Plattenliebhaber und Händler gleichermaßen den Sound von Vinyl. Im Retro-Ambiente der Hotellobby spielten die DJs Chrispop und Taimles Klassiker und Aktuelles aus Hip Hop, Funk und Soul. D8 Stadtgespräch

(RP)