Stadtentwässerungsbetrieb informiert zu Problemen durch Starkregen

Wetter : Schutz vor Überschwemmungen

Im vergangenen Jahr mussten die Düsseldorfer gleich mehrmals ihre Keller nach heftigen Regenfällen leerpumpen. Der Stadtentwässerungsbetrieb informierte jetzt die Politiker im Düsseldorfer Norden, wie man das vermeiden kann.

Gleich zweimal war der Norden von Düsseldorf im vergangenen Jahr von Starkregen betroffen gewesen. Alleine am 29. Mai ergoss sich dort zum Teil innerhalb von 90 Minuten Regen, der eine Wassermasse von 5,5 Zentimetern Höhe auf einem Quadratmeter erreichte. „Das entspricht 10 Prozent des gesamten sonst üblichen Jahresniederschlags“, sagt Stephan Terhorst vom Stadtentwässerungsbetrieb. Zusammen mit seinem Kollegen Thomas Wieth hat er die Bezirksvertretung 5 darüber informiert, wie künftig solche Starkregenereignisse bewältigt werden können, die rein statistisch nur alle 100 Jahre vorkommen sollen.

Denn im Mai liefen zahlreiche Keller voll, wurden Straßen überflutet und musste die Feuerwehr 180 Einsätze in Düsseldorf leisten, ein Großteil davon im Stadtbezirk 5. „Das öffentliche Kanalnetz ist leistungsfähig, aber nicht für extreme Starkregenereignisse dimensioniert“, sagt Wieth. Und das wird auch künftig nicht möglich sein, weshalb es einen völligen Schutz vor Überschwemmungen nicht geben wird. Zumal das Wasser oft gar nicht in die Kanäle gelangen kann, da die Abflüsse bei Starkregen durch Laub und Dreck verstopft werden. „Da können die Abläufe einen Tag vorher gereinigt worden sein, der starke Regen spült sie ganz schnell mit Unrat wieder zu“, sagt Wieth.

Allerdings gibt es verschiedene Maßnahmen, um die Folgen eines Starkregens in Zukunft abzumildern. So werden zwischen 2001 und 2031 im Stadtbezirk 5 insgesamt 71 Kanalbaumaßnahmen durchgeführt, die auch helfen sollen, größere Wassermengen zu bewältigen. Dazu gehören Kanalsanierungen, der Bau von Regenrückhaltebecken und neuen Kanälen. Insgesamt werden 131 Millionen Euro investiert. 38 Projekte sind bereits abgeschlossen, ein Projekt ist im Bau und 32 Maßnahmen sind in der Planung.

Manchmal sind es aber auch Kleinigkeiten, die eine Überflutung von Kellern verhindern können. So wurde zum Beispiel in der Straße „Weg nach den Hingbenden“ in Kaiserswerth an einer Stelle der Bordstein abgesenkt. Das Wasser kann dort künftig von der Straße auf eine freie Wiesenfläche ablaufen und dort versickern.

Die Experten des Stadtentwässerungsbetriebs machen aber deutlich, dass auch die Bürger gefordert sind. Sie sollen auf ihren Privatgrundstücken Vorsorge gegen die Folgen starker Regenfälle leisten. Dazu gehört die Montage von Rückstauverschlüssen in Kellern oder von druckwasserdichten Türen und Kellerfenstern. Der Stadtentwässerungsbetrieb bietet dazu den Bürgern kostenlose Beratungen vor Ort an. Diese können auf einer Starkregengefahrenkarte zudem nachschauen, wie gefährdet ihre Grundstücke und Gebäude sind, ob diese beispielsweise in einer Mulde liegen.

Ein weiteres Ziel des Stadtentwässerungsbetriebes ist es, weitere Fachämter wie das Gartenamt für das Thema zu sensibilisieren. Gewünscht wird, dass bei zukünftigen Bauvorhaben, die in einem als problematisch bekannten Areal liegen, ein wasserwirtschaftliches Fachgutachten erstellt wird. „Das Ziel sollte es sein, das Wasser künftig zu führen und zu lenken oder eine Möglichkeit zu schaffen, dieses temporär zwischenzuspeichern.“