Bilk : Schützen stellen sich vor

Die Bilker St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft lud erstmals zum Tag der offenen Tür. Viele Aktionen und das umfangreiche Archiv sollten Besucher anlocken. Doch war die Resonanz war nicht so wie erhofft.

Marschieren stand diesmal nicht auf dem Programm des Bilker St.-Sebastianus-Schützenvereins. Geschossen wurde zwar im Schützenhaus "Goldene Mösch" an der Ulenbergstraße. Doch den Kameraden kam es diesmal mehr darauf an, sich am Tag der bundesweiten Aktion des Deutschen Schützenbundes unter dem Motto "Ziel im Visier" den Bürgern des Stadtteils zu präsentieren. Und dabei ihre Tradition, ihre Ziele und ihr soziales Engagement darzustellen. Schützenchef Hans-Dieter Caspers: "Schließlich ist die über 500 jährige Bilker Schützengeschichte eng mit der Geschichte des Stadtteils verbunden. Das wird für jeden in unserem Archiv deutlich." Und da war René Krombholz, Sprecher der St. Sebastianer, dann doch ein bisschen enttäuscht: "Trotz des wunderbaren Frühherbstwetters ist die Zahl der Besucher nicht so, wie wir uns das erhofft haben. Vielleicht sollten wir eine solche Aktion beim nächsten Mal mitten im Stadtteil machen."

Tradition fortsetzen

Dabei hatten sich die Schützen große Mühe mit dem Programm gegeben. Es gab eine Hüpfburg und andere Spielattraktionen für die Kinder, es wurde gegrillt, Kaffee und Kuchen standen bereit. Und jeder Besucher durfte selbst mal auf die Pauke oder auf eine kleine Trommel hauen beim Tambourkorps St. Martin und dem Fanfarenkorps Freischütz. Das machte vor allem den Kindern viel Spaß. "Gerade auf die kommt es ja in Zukunft an", sagte Krombholz. "Wir haben uns die Förderung des Nachwuchses, der einmal die Tradition fortsetzen soll, schon vor vielen Jahren auf die Fahnen geschrieben." Das Ergebnis des Bilker Schützenvereins kann sich sehen lassen: 140 Pagen im Alter zwischen sechs und 14 Jahren gehören zu ihnen, ebenso 40 Jungschützen (bis 21). Krombholz: "Es kommt jedoch nicht nur darauf an, die Kinder und Jugendlichen für unseren Verein zu gewinnen. Ebenso wichtig ist es, den Nachwuchs zu pflegen, das heißt, wir müssen den Jugendlichen in unserem Vereinsleben auch etwas bieten."

Frauen dürfen derzeit laut Satzung noch nicht mitmachen. Aber der Vorstand diskutiert schon länger über das Thema. Bei den Sportschützen allerdings sind sie dabei. Und sie schießen gut, wie sich bei den Wettbewerben herausstellte. Ebenso gut war eine Gruppe von Sehbehinderten, die per akustischem Signal mitgeteilt bekamen, wann sie das Ziel genau im Visier hatten. Auch die Kinder durften schießen. Allerdings nicht mit Gewehren sondern per Laserstrahl. Nebenher wurden die Gewinner der Mal- und Fotowettbewerbe vorgestellt. Die besten Bilder hatte Ex-Hauptmann Frank Engel geschossen, der sich während einer langen Krankheit intensiv mit dem Fotografieren beschäftigt hatte.

Krombholz erinnerte daran, dass der Begriff Schütze von Schutz kommt und damit ist das vielfältige soziale Engagement der Vereine auch heute noch verbunden. "Neben dem ausgeglichenen sozialen Miteinander spielen gerade in unserer unsicheren Zeit die von uns gepflegten Werte und Traditionen eine große Rolle. Und wir freuen uns besonders darüber, dass das Bekenntnis zur engeren Heimat heutzutage wieder modern ist."

(RP)