Gerresheim: Schüler schreiben Briefe zur Benderstraße

Gerresheim : Schüler schreiben Briefe zur Benderstraße

Es ist derzeit eines der meist diskutierten Themen im Stadtteil: der Umbau der Benderstraße. Seit Monaten streiten sich Politik, Bürger und Handel um die Neugestaltung. Jetzt war die Benderstraße auch Thema in der Klasse 7a des Marie-Curie-Gymnasiums. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin Dorothee Verfürth haben die Schüler den Umbau im Deutschunterricht behandelt und dazu Leserbriefe an die Rheinische Post verfasst.

"Wir haben das Thema im Zusammenhang mit der Gestaltung von Reportagen und dem Konjunktiv behandelt. Und weil ich gerne handlungsorientiert unterrichte, bot sich die Benderstraße an", sagt Dorothee Verfürth. Deshalb besorgte sich die Lehrerin kurzerhand die Informationen zum Umbau bei der Bezirksvertretung und erstellte mit den Schülern Pro- und Kontralisten, bevor diese darüber abstimmten, ob die Straße nun umgebaut werden soll, oder nicht. Das Ergebnis dabei: 14 Schüler waren gegen den Umbau, 13 dafür. "Also ist es fast wie bei den Politikern. Wir konnten uns auch nicht einigen", resümiert die zwölfjährige Merle das Ergebnis in ihrem Leserbrief. Merle ist für den Umbau der Benderstraße. Und das aus einem ganz einfachen Grund: "Ich fahre ja noch gar kein Auto. Deshalb ist es für mich besser, wenn der Bürgersteig verbreitert wird."

Malina hingegen sieht die Umgestaltung der Straße kritisch. In ihrem Brief schreibt sie, es sei ein großes Problem für die Lieferanten der Geschäfte, weil diese schließlich auf das Parken in zweiter Reihe angewiesen seien. "Mit der neuen Lösung wäre das umständlicher für sie", findet die 13-Jährige. Neue Ideen zur Umgestaltung der Benderstraße kommen dagegen von Jule. Sie schlägt einen kostenpflichtigen Parkplatz auf dem Apostelplatz vor, mit dessen Einnahmen man die Benderstraße verschönern könne. "Man könnte dann zum Beispiel mehr Pflanzen dort aufstellen und die Häuser öfter streichen", sagt sie.

Zum Abschluss des Schulprojekts waren die Kinder dann noch einmal persönlich mit ihrer Lehrerin an der Benderstraße, um sich die Lage genauer anzusehen. Auch danach wurde noch einmal abgestimmt. Das Ergebnis dieses Mal: 25 Kinder sind für den Umbau, 3 dagegen. Trotzdem haben die Schüler noch einen Verbesserungsvorschlag: Der Fahrradweg soll lieber mit auf den verbreiterten Bürgersteig und nicht auf die Straße. Dort sei es nämlich zu gefährlich mit dem Rad, findet auch Paul: "Wenn dann ein Auto plötzlich die Tür aufreißt, man nach links ausweichen muss und dann auch noch eine Straßenbahn kommt, wird es richtig eng." Und auch für die Politiker haben die Schüler noch einen Rat: "Sie sollten Kompromisse finden", sagt Vera.

(lai)
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