1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile

Hellerhof: Sauberes Wasser für Hellerhof

Hellerhof : Sauberes Wasser für Hellerhof

Die Stadt Düsseldorf baut am Hellerhofer Weg ein neues Regenklärbecken. Der Rohbau ist fertig. Mit dem Ende der Arbeiten des 3,7 Millionen Euro teuren Projekts ist im April zu rechnen.

Horst Fege, Wanderführer beim Hellerhofer Sportverein, hat eine Lieblingsstrecke: der Weg durch die Urdenbacher Kämpe nach Baumberg oder Garath und zurück. Monatelang konnte er die Strecke überhaupt nicht genießen – wegen der dortigen Großbaustelle.

Doch inzwischen haben sich die Wanderer ihren eigenen Weg gesucht. Einen Trampelpfad. Der ist zwar nicht ganz so bequem wie der Wanderweg, "aber man muss nicht mehr entlang der Straße laufen", sagt Fege und hofft, dass die Großbaustelle bald fertiggestellt wird.

Da muss sich der Wanderführer allerdings noch eine Zeit gedulden, denn vor April wird die Baustelle nicht fertig sein. Auf dem Gelände entsteht ein Regenklärbecken mit einem Volumen von 580 Kubikmetern. Sprich, es soll mehr als eine halbe Million Liter fassen.

Inzwischen sind die Bauarbeiten so weit fortgeschritten, dass sich ein Blick in das riesige Loch lohnt, wo bereits überdimensionale Rohre verlegt sind, deren Öffnungen man nur noch sieht. Hier entsteht ein Regenklärbecken. Dazu sind die Kommunen laut Wasserhaushaltgesetz inzwischen verpflichtet. Das Becken in Nähe des Naturschutzgebietes ist eines von 13, die in den vergangenen zehn Jahren gebaut wurden oder sich in Bau oder Planung befinden. Die Städte müssen nach einer EU-Verordnung seit 2004 Regenwasser behandeln. Das muss gemäß der gesetzlichen Vorgabe vorbehandelt werden, wenn es in ein Gewässer eingeleitet werden soll.

"Bekanntlich ist Regenwasser noch lange kein Trinkwasser", erklärt Jürgen Braun von Stadtentwässerungsbetrieb. Staub, Öl- und Benzinrückstände sowie Reifenabrieb auf den Straßen gelangen nach einem kräftigen Regen mit in die Gewässer. In Hellerhof wäre es dann der Garather Mühlenbach.

Aber das soll künftig anders werden. Mit der Fertigstellung im April soll das Regenwasser dann im Becken gereinigt werden. Das Wasser fließt zunächst in einen Regenwasserkanal, bevor es in das überdimensionale Becken gelangt. Langsam füllt sich die Kammer, bis zu einer Höhe von 2,50 Meter. Die Betonung liegt auf langsam, wie Braun erklärt.

Denn wenn anschließend die Kammer gefüllt ist, läuft über eine Kante das saubere Wasser ab und gelangt zunächst in den Mühlenbach und später in den Rhein, während sich das Dreckwasser durch den Schmutzwasserkanal den weiten Weg zum Klärwerk-Süd sucht. Die Sedimentationreste wie Steine und Sand setzen sich am Boden ab. Schwimmstoffe wie Öl und Folie werden durch die am Ende des Beckens durch Tauchwände zurückgehalten und nach Beckenleerung turnusgemäß abgesaugt und entsorgt.

Die Bauarbeiten am Hellerhofweg sollen jetzt voranschreiten. Schon vergangenes Jahr haben die Arbeiten begonnen, mussten aber wegen schlechten Wetters und zu hohen Wasserstands des Rheins fast vier Monate ruhen.

Der Rohbau ist fast fertiggestellt, so dass jetzt mit dem Bau der Decke begonnen werden kann. Denn die geschlossene unterirdische Beckenanlage wird später nicht mehr zu sehen sein. Jetzt sollen die so genannten funktionellen Elemente eingesetzt werden (s. Infokasten).

Die Kosten für das Projekt übernimmt die Stadt Düsseldorf: 3,7 Millionen Euro. Mit dem neuen Regenklärbecken wird ganz Hellerhof versorgt. Und wenn das Wetter mitspielt, ist im April von dem Bauwerk nichts mehr zu sehen. Die Wanderfreunde können sich dann freuen, wieder ihren gewohnten Weg durch die Urdenbacher Kämpe zu nehmen.

(RP)