RRX in Düsseldorf: Riesige Lärmschutzmauer kommt nicht

Baumaßnahmen für den RRX : Riesige Lärmschutzmauer kommt nicht

In Höhe des S-Bahnhofs in Reisholz muss ein Kreuzungsbauwerk errichtet werden. Doch die Stadt hat planerisch nachgebessert. Statt einer zwölf Meter hohen Mauer kommt nur noch eine Wand, die vier Meter hoch ist.

Die wichtigste Nachricht für die Bewohner entlang der Further Straße und in der Siedlung Ahlfelder Straße, Einbeckerstraße, Oberheider Straße und An der Wilkesfurth vorweg: Die von der Deutschen Bahn 2016 als Lärmschutz gegen den neuen Schnellzug RRX geplante Wand in einer Höhe von zwölf Metern wird so nicht kommen. Als die Bahn damals den Betroffenen diese Pläne vorstellte, war der Ärger groß, sowohl bei den Anwohnern als auch bei den Stadtteilpolitikern.

Doch nun gibt die Deutsche Bahn Entwarnung. Diese Variante, bei der die Mauer nicht nur außergewöhnlich hoch, sondern auch extrem nah an die Further Straße heran gerückt wäre, ist vom Tisch. In der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) skizzierte Michael Kolle von der Bahn die aktuellen Planungen. Jetzt ist nur noch eine vier Meter hohe Schallschutzmauer geplant. Die Pläne werden auch am morgigen Freitag, 15. März, in einer mehrstündigen Informationsveranstaltung der Bahn im Ernst-Lange-Haus zu sehen sein. In der Sitzung der BV sagte Bahn-Projektleiter Kolle sogar selbst, dass der neue Lärmschutz „nicht mehr so katastrophal aussieht wie der damals“.

Zwei Varianten hat die Bahn ausgearbeitet, welche dann wirklich kommt, entscheidet in letzter Konsequenz deren Aufsichtsbehörde, das Eisenbahnbundesamt. Die Bezirkspolitiker haben sich in ihrer Sitzung bereits festgelegt. Sie favorisieren die teurere Tieferlegung, bei der die Schallschutzwand kaum noch zu erkennen ist.

Der Blick in die Further Straße – noch ohne einen Lärmschutz für den Schnellzug RRX. Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)

Hintergrund der geplanten Baumaßnahme ist die Einführung des Schnellzuges RRX, der frühestens ab 2030 die Metropolregion in NRW mit sieben neuen Linien vernetzt, eine ist die Verbindung zwischen Köln und Dortmund über Düsseldorf, die im 15-Minuten-Takt fahren und nun übrigens auch in Benrath halten wird. Um dann den gesamten Schienenverkehr auf der Strecke verteilen zu können, müssen zwischen Benrath und Eller zwei zusätzliche Gleise verlegt werden. In Höhe des S-Bahnhofs in Reisholz wird ein Kreuzungsbauwerk gebaut, damit die neuen Gleise einmal von ganz links nach ganz rechts verschwenkt werden können; das geht technisch sowohl drunter als auch drüber her.  Dafür benötigt man eine Strecke von zwei bis drei Kilometern.

Die Variante, die in die Tiefe geht, ist wesentlich teurer und dauert 64 Monate und damit neun Monate länger als die Überführung. Für Udo Skalnik, stellvertretender Bezirksbürgermeister, trotzdem die einzige wählbare städtebauliche Alternative. Rund drei Jahre wird es dauern, bis das Planfeststellungsverfahren durch ist. In der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung (5. April) will die Stadt die Machbarkeitsstudie für den Umbau des Benrather RRX-Haltes vorstellen. Unter anderem geht es auch um den Ausbau der Angströhre. Klaus Lorenz, Referent für das Gebiet Verkehrsangelegenheiten im Büro des Oberbürgermeisters, berichtete in der BV-Sitzung, dass die Stadt bei den Planungen des RRX von Anfang an im Boot sei.

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