Reisholz: OB besucht Moscheeverein und Neubau

Reisholz: OB besucht Moscheeverein und Neubau

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) zeigte sich beeindruckt vom Baufortschritt der ersten Moschee auf Düsseldorfer Boden. Es bestehe kein Zweifel, dass der Islam zu Düsseldorf gehöre, sagte der Politiker.

Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus nahm Oberbürgermeister Thomas Geisel gern die Einladung des marokkanischen Vereins Masjid Assalam, der an der Nürnberger Straße Düsseldorfs erste Moschee baut, an. Als ihm Gastgeber Abdelaaziz Fachrou, Vorsitzender des Vereins, versicherte, er sei der erste Oberbürgermeister, der die islamische Gemeinde besuche, wollte dies Geisel zunächst nicht glauben. "Ich kann zwar nur für Düsseldorf sprechen, aber für mich besteht kein Zweifel, dass der Islam zu Düsseldorf gehört, sagte Geisel als Replik auf Horst Seehofers Aussagen, der sich als frisch ernannter Innenminister entgegengesetzt geäußert hatte. Gerade die Vielfalt mache die Attraktivität der Stadt aus, in der es kein Gegeneinander oder Nebeneinander gebe, sondern das Miteinander vorbildlich sei. "Das Miteinander funktioniert jedoch nur dann, wenn wir unserer Wurzeln bewusst sind, doch für Fundamentalismus, der den gegenseitigen Respekt untergräbt, darf kein Platz sein", sagte Geisel.

Den Namen "Masjid Assalam", was so viel wie Gemeinde des Friedens bedeutet, nahm Abdelaaziz Fachrou als Ausgangspunkt für seine Rede, in der er auf die Haltung des Islam gegen Rassismus einging. "Der Islam kenn keine ethnischen Unterschiede, kein Araber sei besser als ein Nicht-Araber, alle Menschen seinen gleichgestellt", leitet er aus dem Koran ab und zitiert den Propheten, der befiehlt jeden Grund für Hochmut und Rassismus zu ersticken. "Mit einer Hand kann ich nicht applaudieren, dazu benötige ich eine zweite", nennt Fachrou als arabisches Sprichwort, wobei die "zweite Hand" eigentlich ganz viele sind, die in das Netzwerk der islamischen Gemeinde eingebunden sind. "Wir leben doch auf einer Insel der Glückseligen, wo es eine wunderbare Zusammenarbeit der religiösen Gemeinden gibt", zitiert Redouan Aoulad-Ali den Verwaltungsdirektor der jüdischen Gemeinde Düsseldorf Michael Szentei-Heise.

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Spielerisch funktioniert das perfekt beim Fußball, wenn alljährlich beim Cup der KDDM (Kreis der Düsseldorfer Muslime) christliche Pfarrer gegen islamische Imame antreten und beide Mannschaften auf den Schiedsrichter-Pfiff eines Rabbis hören müssen. "Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung, etwa mit dem Gartenamt, als es um islamische Grabstätten ging oder mit dem Flughafen Düsseldorf, der positiv reagierte, und einen islamischen Gebetsraum im Sicherheitsbereich einrichtete", sagte Redouan Aoulad-Ali. Beeindruckt zeigte sich Geisel vom Bauprojekt der ersten Düsseldorfer Moschee samt Gemeindezentrum. "Leider ist das Spendenaufkommen hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben, einige Zusagen wurden später zurückgezogen, so dass der Bau weit hinter dem ursprünglichen Zeitplan, der eine Eröffnung bereits 2016 vorsah, zurückliegt", bedauert Fachrou. Dennoch soll es dieses Jahr fertig werden.

(RP)