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Reisholz: Immer mehr Jugendliche wollen Düsseldorfer Platt lernen

Reisholz : Immer mehr Jugendliche wollen Düsseldorfer Platt lernen

Bei "Kokelores im Börjerhus" berichtete Monika Voss und Karl Reiland von wachsendem Interesse auch von Kindern mit Migrationshintergrund..

Früher galt Düsseldorfer Platt als Sprache der armen Leute. Heutzutage zahlen die Besucher im Bürgerhaus Reisholz sogar Eintritt, um Mundart-Kabarett zu erleben. Dort heißt es traditionell ein Mal im Jahr "Kokelores im Börjerhus". Mit dabei waren wieder Anne Wesendonk und Christine Schreiber - die zusammen "Dat Düsseldorfer Mundart Kabarett" bilden - Monika Voss und Mitglieder des Schnibbeltheaters. Seit zehn Jahren treten sie bereits im Bürgerhaus auf. Die Zuschauer danken es ihnen jedes Mal mit einem voll besetzten Saal.

"Besonders die Älteren erinnern sich durch Düsseldorfer Platt an ihre Kindheit oder Jugend", sagt Monika Voss. Gesprochen werde es in Düsseldorf aber kaum noch. Dennoch sei zu beobachten, dass sich immer mehr junge Menschen und Kinder für Mundart interessieren. Besonders Kinder mit Migrationshintergrund seien dafür zu begeistern, sagt Voss, die auch Mundartkurse gibt.

"Auch wir beobachten bei uns in letzter Zeit einige Jugendliche, die sagen, sie möchten die Sprache kennenlernen", sagt Karl Reiland vom Schnibbeltheater. Im Bürgerhaus jedoch kamen hauptsächlich die Älteren in den Genuss der rund zwei stündigen Veranstaltung. Während Anne Wesendonk und Christine Schreiber das Publikum gekonnt mit humoristisch aufgearbeiteten Geschichten aus dem alltäglichen Leben unterhielten, las Monika Voss aus "Dä kleene Prenz". Das Buch hatte sie eigens ins Düsseldorfer Platt übersetzt. "Ich habe irgendwann gesehen, dass es schon seit drei Jahren eine kölsche Auflage gab, da dachte ich mir: Was die können, können wir auch", sagt sie.

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Das Schöne am Platt sei für sie besonders die Schnörkellosigkeit. "Mundart ist perfekt, weil sie immer den Nagel auf den Kopf trifft. Platt ist sehr bildhaft und herzlich", sagt Voss. Das sieht auch Karl Reiland vom Schnibbeltheater so. Er trat im Bürgerhaus unter anderem als herzlicher aber rheinisch direkter Hausmeister auf, der kein Blatt vor den Mund nimmt.

Auch das Schnibbeltheater gibt es schon eine halbe Ewigkeit. "Inzwischen sind es 25 Jahre", sagt er stolz. Altbacken sind die Vorstellungen dennoch nicht. "Unsere letzten 13 Vorstellungen waren alle ausverkauft", sagt er. Die Einnahmen werden dabei immer gespendet. Außer an diesem Abend, denn der "Kokelores-Eintritt" kam dem Bürgerhaus direkt zugute.

Für Abwechslung im Programm sorgte wiederum das Mundart-Kaberett mit der ein oder anderen Gesangseinlage. "Wir haben die Lieder selbst komponiert", sagt Wesendonk. Gesungen wurde, wie sollte es anders sein, natürlich auf Düsseldorfer Platt.

(maxk)