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Ikea-Düsseldorf: Ansturm auf Möbel-Haus im Corona-Lockdown

Düsseldorfer Möbelhaus : Großer Ansturm auf Ikea im Corona-Lockdown

Bei Ikea in Düsseldorf-Reisholz sind fast alle Mitarbeiter nun damit beschäftigt, Bestellungen zusammenzustellen. 90 Einkaufswagen werden pro Stunde im Schnitt gefüllt. Wir durften einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Ein paar neue Schubladen hat Jenny Yang für ihren Kleiderschrank gebraucht, bestellt hat sie die Ware im Reisholzer Ikea. Die Musikerin ist momentan viel zu Hause, eigentlich ist die Violinistin Teil eines Ensembles, das aber schon lange nicht mehr spielen darf. Ihre Freizeit verbringt sie nun damit, die Wohnung ein bisschen aufzuhübschen.Kostenpflichtiger Inhalt Im Internet hat sie eine Abholzeit gebucht, muss nur ein paar Minuten vor der Tür des Möbelhauses warten und bekommt dann von einem Mitarbeiter die Pakete in einem Einkaufswagen nach draußen transportiert. „Das hat alles super funktioniert“, sagt die gebürtige Koreanerin.

Jenny Yang ist nicht die einzige, die im Lockdown übers Internet Möbel bestellt hat. 2020 betrug der Online-Umsatz von Ikea Deutschland 861 Millionen Euro. Verglichen mit dem Vorjahr stellt das ein Wachstum von 74,3 Prozent dar. Die Zahl der Online-Besucher stieg um 9,2 Prozent auf 357,9 Millionen.

Von der kleinen Gießkanne bis hin zur komplett ausgestatteten Küche für mehrere tausend Euro kaufen die Menschen in der Reisholzer Filiale alles, sagt Holger Diekneite, zuständig für das Marketing in Düsseldorf. Zehn Euro kostet der Service, den Ikea nicht eigens für den Lockdown entwickelt hat. Click and Collect gab es auch schon, als das Möbelhaus ganz regulär öffnen durfte. Die Mitarbeiter sammeln alle Teile aus den meterhohen Regalen zusammen und bringen sie dann zum Parkplatz.

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Inzwischen sind fast alle Kollegen in Reisholz damit beschäftigt, Einkaufswagen zu füllen. Über eine große digitale Tafel werden alle Bestellungen angezeigt, die Mitarbeiter scannen von dort aus einen Auftrag ein und machen sich auf die Suche nach den gewünschten Produkten. Die mal mehr, mal weniger vollen Einkaufswagen werden im Kassenbreich aufgestellt, sortiert nach Abholzeit, die der Kunde gebucht hat.

90 Wagen kommen im Schnitt pro Stunde zusammen. Damit auch nichts schief geht – „der Kundenservice kann momentan nicht so arbeiten wie sonst“, sagt Diekneite – wird alles im Vier-Augen-Prinzip kontrolliert. Bevor die Pakete zum Ausgang geschoben werden, gibt es ein Goodie, irgendwas zum Naschen aus der Lebensmittelabteilung, „wir wollen nichts wegschmeißen“, sagt Diekneite. Einige Lebensmittel seien auch an die Hilfsorganisation Tafel gespendet worden.

Vor dem Möbelhaus weisen Ordner die Kunden ein. Jeder zweite Parkplatz ist mit einer Palette belegt, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann. Ein weiterer Ordner sorgt dafür, dass es am Abholschalter kein Gedränge gibt, „wir schauen, dass die Kunden nicht länger als fünf Minuten warten müssen“, sagt Holger Diekneite. Wartezeiten gibt es hingegen wegen des einen oder anderen Produkts, das sonst eigentlich immer erhältlich ist bei Ikea. Etwa beim Pax-Schrank, „der an mehreren Standorten nicht verfügbar ist“, sagt ein Ikea-Sprecher.

„Wir erleben derzeit eine starke Nachfrage nach unseren Produkten, was in den vergangenen Wochen an der einen oder anderen Stelle zu Warenverfügbarkeitsproblemen geführt hat.“ Das liege vor allem daran, dass seit Ausbruch der Pandemie das eigene Zuhause für die Menschen wichtiger geworden sei, da sie zum einen mehr Zeit dort verbringen, zum anderen aber auch mehr Funktionalitäten darin vereinen wollen. Homeoffice sei zum Beispiel ein großes Thema gewesen.