Bürgerhaus in Düsseldorf-Reisholz Wie das Jazz-Frühstück gerettet wurde

Reisholz · Vor 20 Jahren gründete sich der Freundeskreis Bürgerhaus Reisholz. Was damals eher eine spontane Idee war, ist heute sehr erfolgreich. Das Jubiläum wurde am Freitagnachmittag an der Kappeler Straße gefeiert.

 Am Freitagnachmittag feierten Mitglieder des Freundeskreises Bürgerhaus Reisholz das 20-jährige Bestehen. Das Bürgerhaus selbst gibt es seit mehr als 40 Jahren.

Am Freitagnachmittag feierten Mitglieder des Freundeskreises Bürgerhaus Reisholz das 20-jährige Bestehen. Das Bürgerhaus selbst gibt es seit mehr als 40 Jahren.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Nicht zu jeder Geburtstagsparty schickt die Landeshauptstadt einen offiziellen Gratulanten. Schon gar nicht, wenn das Geburtstagskind gerade erst dem Teenie-Alter entwachsen ist. Doch bei der Feier zum 20. Geburtstag des Freundeskreises Bürgerhaus Reisholz am Freitag war Alfred Köffers wie selbstverständlich dabei. Köffers ist Sachgebietsleiter Bürgerhäuser in der Stadtverwaltung und von der Arbeit des Freundeskreises angetan. Dieser sei ein absoluter Glücksfall, urteilt er. „Es ist einzigartig, dass ein Freundeskreis so lange und mit der Intensität die Aktivitäten in einem Bürgerhaus begleitet.“ Es gebe zwar in anderen Bürgerhäusern ähnliche Ansätze, aber die Zeit, in der der Reisholzer Freundeskreis überdauert habe, und das Engagement der Mitglieder seien einzigartig.

Gegründet wurde der Freundeskreis im Februar 2003. Es war damals eher eine spontane Idee, als ein langfristig geplantes Vorhaben. „Vor 20 Jahren wollte die Stadt wegen knapper Kassen auch bei den Bürgerhäusern Etat-Kürzungen vornehmen“, erinnert sich Freundeskreis-Kassenwartin Heidemarie Hellwig. Dem wäre auch das immer gut besuchte Jazz-Frühstück zum Opfer gefallen. „Da ist bei einem solchen Jazz-Frühstück Hans-Jürgen Sudhoff aufgestanden und hat gefragt, ob sich nicht angesichts der drohenden Situation ein Freundeskreis gründen sollte“, erinnert sich Hellwig. Elf Mitglieder waren sofort gefunden.

Heute zahlen 150 Mitglieder regelmäßig den Jahresbeitrag von 24 Euro (Ehepaare 36 Euro). „Der Beitrag ist aber frei wählbar. Viele überweisen mehr als den Mindestbeitrag“, sagt die Vorsitzende Margarete Jansen. „Auch weil die Firma Henkel ein Sponsor ist, können wir dem Bürgerhaus jährlich mit mehreren Tausend Euro unter die Arme greifen.“

Im Jahr 2021 hat Kassenwartin Hellwig zweckgebunden 6000 Euro an die Stadtkasse überwiesen, 2022 waren es 7250 Euro und in diesem Jahr werden es um die 8000 Euro werden, schätzt die Kassiererin.

„Wir bekommen von der Kommune einen Grundetat, der für unsere Arbeit ausreicht“, so Petra Lenhard, Leiterin des Bürgerhauses. „Aber die Unterstützung des Freundeskreises eröffnet uns weitere Möglichkeiten.“ Das sei in einem Stadtteil, in dem nicht gerade die finanzstärksten Menschen wohnten, sehr erfreulich. So könnten zum Beispiel bei den Sommerferienprojekten für Kinder, dem kleinen Sommer-Festival „Hof-Kultur“, den Familienkonzerten oder dem Kindertheater auch manchmal etwas Besonderes geboten werden. Die Mitglieder des Freundeskreises greifen aber nicht nur in die eigene Tasche, sondern stehen jederzeit als Helfer bereit, wenn im Bürgerhaus eine Veranstaltung ansteht. So spendiert der Freundeskreis einen freigiebigen Dreiklang aus Geld, Rat und Tat.

Jansen ist seit acht Jahren Freundeskreis-Mitglied und wurde im Oktober 2022 zur Vorsitzenden gewählt. „Ich bin noch in der Einarbeitungsphase“, so die Vorsitzende. „Aber ich habe tolle Unterstützung von meinem Vorstandskollegen und von Frau Lenhard. Es ist eine ganz tolle Gemeinschaft. Sowohl im Bürgerhaus als auch im Freundeskreis fühle ich mich familiär aufgehoben.“

Kein Wunder also, dass sie sich schon auf die nächsten Veranstaltungen wie das Eröffnungskonzert der Hof-Kultur mit dem Akustik-Duo „Leger“ (22. Juni) und dem folgenden Auftritt des Country-Duos „2Hearts“ (29. Juni) freut. Und das Jazz-Frühstück gehört immer noch zum Programm im Bürgerhaus Reisholz. Nächster Termin: 13. August.

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