Düsseldorf: Moschee in Reisholz soll noch 2019 fertig werden

Gewerbegebiet Reisholz : Erste Groß-Moschee in Düsseldorf soll noch 2019 fertig werden

In einem Gewerbegebiet in Düsseldorf entsteht derzeit die erste Groß-Moschee der Stadt. Ursprünglich sollte der Bau bereits 2016 abgeschlossen werden. Die muslimische Gemeinde würde gerne zwei 18 Meter große Minarette bauen; bislang ist nur eine Höhe von 14 Metern genehmigt.

Insgesamt 36 Gebetsräume stehen muslimischen Gläubigen in Düsseldorf zur Verfügung, doch bislang gibt es noch keine Moschee. Die erste entsteht aktuell an der Nürnberger Straße im Gewerbegebiet von Düsseldorf-Reisholz und soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. „Es wird dann nicht nur die erste in Düsseldorf, sondern sicherlich auch eine der schönsten überhaupt sein“, ist sich Abdelaaziz Fachrou, Vorstandsvorsitzender des Vereins Masjid Assalam sicher. In dem Verein haben sich überwiegend Migranten mit marokkanischen Wurzeln zusammengeschlossen.

Aktuell sorgt der Wintereinbruch für eine weitere Verzögerung auf der Baustelle – ursprünglich sollte die Moschee bereits 2016 vollendet sein. Die Grundsteinlegung war bereits im Mai 2013. Dennoch eröffnet der mit Dämmplatten versehene und eingerüstete Rohbau schon heute den Blick auf verschiedene architektonische Finessen. Eine mit Glaselementen durchbrochene Fassade, der großzügig verglaste Eingangsbereich sowie die elliptisch geformte Kuppel auf einem begrünten Dach erzeugen den Eindruck, dass hier Tradition und Moderne zu einer harmonischen Einheit zusammenfinden. Masjid Assalam, was Haus des Friedens bedeutet, setzt auf Gebäudeakzente, die mittels Transparenz den Friedensgedanken transportieren sollen.

Zwei Minarette mit einer Höhe von 14 Metern sind bereits genehmigt; doch der Verein möchte mehr. „Wir hätten gerne zwei Minarette mit einer Höhe von 18 Metern, um das Kunstwerk zu verschönern; dafür fehlt uns noch die entsprechende Genehmigung“, sagt Fachrou, der betont, dass die Gemeinde auch deshalb das Umfeld eines Gewerbegebiets bevorzugt habe, um Belästigungen für die Nachbarschaft auszuschließen.

Moschee In Reisholz. Foto: Verein Masjid Assalam

Nachdem die sunnitische Gemeinde, die 358 Familienmitglied-schaften zählt, 2007 von der Stahlverarbeitungsfirma Wegusta das Verwaltungsgebäude sowie drei Hallen an der Nürnberger Straße erworben hatte und dort ihre Gebetsräume einrichtete, kam zwei Jahre später die Idee zum Bau einer Moschee auf. Da das Grundstück über ausreichend Fläche verfügt, wurde die Planung erweitert. Die siebenköpfige Bau-Kommission und die Gemeinde waren davon überzeugt, dass es sinnvoll sei, der Moschee ein Sozial- und Kulturzentrum anzugliedern. Die Baukosten stiegen dadurch auf 4,5 Millionen Euro.

In dem Zentrum der Gemeinde, die sich nicht nur als religiöse, sondern auch als offene, soziale Gemeinschaft versteht, können dann nicht nur in großzügig bemessenen Räumen Geburtstage und Hochzeiten gefeiert werden. Zum Raumangebot gehören verschiedene Seminar- und Schulungsräume, in denen beispielsweise Schülern Hausaufgabenhilfe oder eine fundierte Berufsberatung erhalten, Flüchtlinge betreut werden oder die Kultur der Heimatländer der Eltern und Großeltern gelehrt und wach gehalten wird.

Zwei Sporträume stehen für Gesundheitsangebote wie Reha-Sport oder Rücken-Gymnastik zur Verfügung. „In diesem Bereich haben bereits externe Spezialisten ihr Interesse geäußert“, sagt der Vorsitzende des Vereins. Als einst bei der Demag ausgebildeter Maschinenbautechniker kennt er die Widrigkeiten von Großprojekten und hat sich daher auch noch keine Gedanken um die Feierlichkeiten zur Eröffnung gemacht. Einen Wunsch hat er jedoch. „Armin Laschet war damals als NRW-Integrationsminister bei der Grundsteinlegung dabei und wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn er als Ministerpräsident auch zur Eröffnung käme“, sagt Abdelaaziz Fachrou.

In einer früheren Version hieß es, dass der Verein noch auf eine Baugenehmigung für die beiden Minarette wartet. Doch für die 14 Meter hohe Variante hat er bereits eine Baugenehmigung.

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