Düsseldorf Der vielleicht kürzeste Trödelmarkt der Stadt

Ein besonderer Kindertrödel : Der vielleicht kürzeste Trödelmarkt der Stadt

Im Reisholzer Bürgerhaus wurde am Samstag nur zwei Stunden getrödelt. Das kam bei Ausstellern wie Käufern gut an.

Blitzkurz und gemütlich ist sicher eine eigenwillige Kombination, auf den Trödelmarkt im Bürgerhaus Reisholz in der Kappeler Straße trifft sie jedoch zu. Am Samstag von 14 bis 16 Uhr breiten sich dort im Foyer die ersten Anbieter aus, weitere prall gefüllte Tische postieren sich bis in die letzte Ecke des Saales. Ein paar Tische für Kaffee und Snacks im „Markt-Café“ und angenehme Hintergrundmusik sorgen für Gemütlichkeit. Den „Blitz“ im Namen trägt der kleine, gut sortierte Markt für Kinder- und Trödelsachen wegen seiner obligatorischen Kürze. „In den ersten Jahren hatten wir von 10 bis 17 Uhr geöffnet, aber da war die Luft schon früher raus“, erklärt Ralf Berghoff vom Bürgerhaus. Die seit langem veränderte Öffnungszeit von 14 bis 16 Uhr komme gut an. „Da geht für die Leute nicht der ganze Tag drauf und das macht den Markt attraktiver“, ist Berghoff sicher. Vier Euro Standgebühr fallen an, Tische braucht niemand mitzubringen, die sind im Preis inbegriffen.

Jaqueline und Daniel Böhm aus Willich schätzen die Kürze. „Sonst dauern die Trödelmärkte immer lange, aber hier haben wir später noch Zeit für uns“, meint Daniel Böhm. Julita ist mit ihrer zwölfjährigen Tochter Katharina rundum zufrieden. „Wir waren oft auf anderen Trödelmärkten und sind zum ersten Mal hier. Das ist klein, aber schön“, meint die Garatherin. Die Musik gefalle ihr und dass es kuschlig warm sei. Katharina weiß, warum sie dabei ist. „Von dem Geld gehen wir morgen in den Trampolinpark Superfly, mit meiner Freundin“, freut sich die Schülerin mit blitzenden Augen. Auf ihrem Tisch und rundherum findet sich ein buntes Sammelsurium: der Schalenkoffer, vielleicht passend für den Winterurlaub, ein nagelneuer Duschkopf, Porzellantassen mit Goldrand — doch vornehmlich findet sich alles, was Kinder lieben und brauchen können. Es locken Spiele, Bücher und Berge ordentlich gestapelter Kleidung für die Kleinsten. „Es ist sogar genügend Platz, um mit dem Kinderwagen durchzukommen“, lobt Nicole Holtmann mit ihrem Baby Sophia im Arm. Die Zeit und das Angebot reichen ihr vollkommen. Gedränge gibt es keines, doch es herrscht ständiges Kommen und Gehen, Stöbern, Kaufen und Klönen. Monika und Rainer Fabian aus Ratingen sind das siebte Mal als Anbieter dabei. „Hier lohnt sich das immer, in zwei Stunden verdienen wir rund 40 Euro“, sagt die engagierte Großmutter. Der Erlös sei für die Enkel. „Schwimmkurse, Sportsachen, Handballverein“, zählt Rainer Fabian verschmitzt auf.

Ein paar Tische weiter verstaut Helga Gölitz ihren Einkauf und freut sich riesig über ihre erfolgreiche Stöberei. „Ich plane eine Zirkusvorstellung mit Kindern einer Tagesstätte, die ich betreue. Und ich habe tolle Sachen gefunden“, verrät die Bewegungstherapeutin. Geld für die Ausstattung bekomme sie nicht, deshalb sei sie glücklich über die Schätze: Ein „Königinnen-Kleid“ aus pinkfarbenem Taft mit goldenem Besatz, ein Zebrakostüm und ein Löwenanzug. „Da fehlt der Schwanz, aber den kann ich selber zaubern“, sagt sie vergnügt. Zum nächsten Blitz-Trödel lädt das Bürgerhaus am 16. März ein.

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