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Bauprojekt mit Hubschrauber am Bahnhof Reisholz

Bauprojekt in Düsseldorf : Neue Signalmasten kommen per Hubschrauber

Am Bahnhof Reisholz wurden neue Signalmasten gesetzt. Um Zeit zu sparen, wurden diese mit dem Hubschrauber angeflogen und von Bodenteams auf die Fundamente befestigt.

Zeit ist Geld. Und viel Zeit hat die Deutsche Bahn (DB) nicht, um den Streckenabschnitt zwischen Köln und Düsseldorf für den Rhein-Ruhr-Express fit zu machen. So war der Zeitfaktor der entscheidende Punkt, um 30 Signale an den Gleisen im und rund um den S-Bahnhof Reisholz per Helikopter einfliegen zu lassen, damit demnäcsht alles elektronisch geregelt werden kann. „Der Transport und die Montage per Hubschrauber gehen deutlich schneller als der Transport per Eisenbahn und die Montage mit dem Kran“, erläutert Ulf Ebers, DB Netz Projektleiter für das Elektrische Stellwerk Düsseldorf.

So schwebte alle acht Minuten einer der vormontierten und 800 Kilogramm schweren Signalmaste ein, wurde von einem der Teams am Boden in Empfang genommen und auf die Fundamente geschraubt. Das passierte in den allermeisten Fällen probemlos, wurden die Hubschrauberpiloten doch millimetergenau per Funk eingewiesen. Und doch gab es Momente, in denen Ebers der Atem stockte. Der Wind hatte sich in einem am 20 Meter langen Halteseil schwebenden Signalmast verfangen, ihn ins Wanken gebracht, so dass er sich in der Oberleitung verfing. Passiert ist dabei nichts, denn der Strom war abgeschaltet und mit der Hilfe eines zweiten Bodentrupps sowie der Flugkünste des Piloten war die Situation schnell behoben. Ebers Aufatmen war deutlich zu hören.

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Bis die neuen elektrischen Signale tatsächlich geschaltet werden, wird es noch dauern. Der Rhein-Ruhr-Express wird wohl nicht vor 2030 rollen. Zeit, die die Bahn nutzt, um die Infrastruktur weiter auszubauen. So ist bereits am Bahnhof Reisholz die Baugrube für das neue Gebäude des neuen Stellwerks zu sehen.

Demnächst werden auch zwei neue Gleise gelegt und der Bahnhof umgebaut. Aus den zwei gegenüberliegenden Bahnsteigen für den S-Bahnverkehr wird ein Mittelbahnsteig. „Damit gewinnen wir den Platz für die zwei neuen Gleisstrecken“, erläutert Ebers.

Unabhängig von sämtlichen Infrastrukturmaßnahmen im Zuge des Rhein-Ruhr-Express-Ausbaus war eine Erneuerung der Signalanlagen nötig. „Das Stellwerk Reisholz ist 80 Jahre alt. Für den Güterverkehr wird noch mechanisch umgestellt. Bei den Gleisen für den Personenverkehr arbeitet eine Technik aus den 1960er Jahren“, so Ebers. Noch sitzt 24 Stunden am Tag ein Fahrdienstleiter im Stellwerk Reisholz. In wenigen Jahren wird dieser in Derendorf sitzen und alles von dort regeln.

Ebers hat trotz Windbehinderung seinen Arbeitstag auf dem Reisholzer Bahnhof genossen. „Signalanlagen halten 50 Jahre. Da ist es schon etwas Besonderes, wenn man so eine Helikopter-Aktion einmal während seiner beruflichen Laufbahn erlebt“, meint Ebers.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Helikopter-Einsatz über Düsseldorf