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Urdenbach: Reise zur Sledge-Eishockey-WM

Urdenbach : Reise zur Sledge-Eishockey-WM

Christian Jaster stehen aufregende Tage bevor. Der 27-jährige Urdenbacher reist heute mit der deutschen Nationalmannschaft zur Sledge-Eishockey-Weltmeisterschaft ins japanische Nagano.

Bundestrainer Andreas Pokorny hat den Düsseldorfer im Anschluss an eine Sichtung bei einem Lehrgang in Ilmenau als linken Verteidiger für das B-Turnier nachnominiert. In der Vorrunde trifft das BRD-Team auf Estland und die Slowakei. "Estland ist ein starker Gegner", erklärt Jaster.

Ziel des deutschen Teams ist der Titel oder bei dem Turnier eine möglichst gute Platzierung zu schaffen. Rang drei eröffnet die Möglichkeit, sich für die Paralympics 2014 in Sotschi (Russland) zu qualifizieren. Mit einem der beiden ersten Plätze wäre der Aufstieg in die WM-A-Gruppe verbunden. "So weit vorn zu landen, ist durchaus realistisch", lautet Jasters Einschätzung.

Seine erste Teilnahme im Nationalteam sieht der Urdenbacher als sportliche und persönliche Herausforderung. "Das ist für mich ein großer Schritt und zugleich eine Bestätigung für die Mühen im Training", bekennt Jaster. Sledge-Eishockey ist ein Behindertensport, bei dem sich die gehandicapten Spieler mittels eines Schlittens (= Sledge) auf der Eisfläche bewegen. Die Regeln sind dem Eishockey recht ähnlich. Christian Jaster hat 2007 bei einem schweren Unfall sein linkes Bein verloren. "Das war ein radikaler Schnitt", bestätigt Jaster.

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Familie und Freunde haben ihn auf dem Weg in ein neues Leben unterstützt. "Ich musste bei Null anfangen", so der gelernte Schornsteinfeger. Eishockeyspielen war seine Chance. "Man darf sich nicht hängenlassen", betont Jaster. Mutter Gabriele und deren Lebenspartner Christian Schaake haben ihm besonders Mut gemacht. "Es geht", fasst Jaster seine aktuelle Lebenssituation zusammen. "Wenn ich morgens meine Prothese anziehe, ist das nicht anders wie Schuhe anziehen."

Mit der SG Kamen Barbarians/Wiehl Penguins spielt Jaster in der Deutschen Sledge-Eishockey-Liga und gilt mit seinen 1,82 Meter als kantiger Abwehrakteur — mit der für Eishockey typischen körperbetonten Einsatzfreude. "Das macht schließlich den Reiz aus", so Jaster.

Zur Regeneration nutzt er sein Hobby Tauchen — etwa im benachbarten Elbsee oder im Urlaub vor der kroatischen Küste. Den Tauchsport übt Jaster bei seinem Heimatverein TSG Benrath aus, wo er bis zu seinem Unfall als Handballer in der zweiten Herrenmannschaft von Trainer Wolfgang Thiele aktiv war und die er noch immer als Kampfrichter begleitet.

Neben dem Sport widmet sich Jaster, der inzwischen als technischer Angestellter bei der Stadt Düsseldorf tätig ist, in seiner Freizeit dem Gitarrespielen. "Lagerfeuerklänge und Songs von den Toten Hosen." Die Düsseldorfer Rockband hat er seinerzeit beim "Heimspiel" in der damaligen LTU-Arena live erlebt. Fan ist der Eishockeyspieler selbstverständlich von der DEG. "Auch wenn das in dieser Saison sehr hart ist ..."

(hel)