Familie : Ein Frühstück in vertrauter Runde 

Jeden zweiten Sonntag findet im Rather Familienzentrum ein Treffen von alleinerziehenden Elternteilen und ihren Kindern statt.

„Wir müssen heute mit fünf Messern auskommen, aber ich denke das kriegen wir aufgeteilt“, kündigt Vanessa Groth an, während um sie herum sieben Mütter und ihre Kinder eifrig herumwuseln und den Frühstückstisch decken. Im Rather Familienzentrum steht an diesem Sonntagmorgen das Frühstück für Alleinerziehende auf dem Programm. Vanessa Groth ist Referentin des ASG-Bildungsforums und leitet die Gruppe, die sich alle zwei Wochen sonntags im Familienzentrum am Rather Kreuzweg 43 trifft. „Hier sind ja täglich diverse Veranstaltungen, da kann es schon mal vorkommen, dass – wie heute – einige Messer anderweitig unterwegs sind oder noch in der Spülmaschine stecken“, erklärt Groth.

Sieben Mütter sind an diesem Sonntagmorgen mit ihren Kindern gekommen. Natürlich sind auch alleinerziehende Väter bei diesen Treffen mit ihrem Kind herzlich willkommen. „Das ist aber eher die Ausnahme und ist, seitdem ich die Gruppe leite, auch noch nicht vorgekommen. Wir sind ein offener Treff, jeder, der möchte, kann kommen und auch Männer sind natürlich erwünscht“, fährt die Referentin fort, die vor einem Jahr die Gruppe übernommen hat.

Jeden zweiten Sonntag findet ab 10.30 Uhr zunächst ein gemeinsames Frühstück der Elternteile mit ihren Kindern statt. Wenn sich alle mit Brötchen und Obst gestärkt haben, dürfen die Kinder mit den beiden Betreuerinnen Sabine und Stephanie Schlicht zum Spielen in einen anderen Raum gehen, während sich die Elternteile gemeinsam mit Vanessa Groth über persönliche Probleme oder Fragen austauschen können. „Zu Beginn ging es oft um die besten Urlaubsziele oder den neuesten Aldi-Prospekt, doch mit der Zeit hat sich das Vertrauen innerhalb der Gruppe – und natürlich auch in mich – verstärkt, sodass nun viele wichtige und persönliche Themen wie Gerichtsverhandlungen oder Sorgerechtsstreitigkeiten angesprochen werden“, erklärt Vanessa Groth.

Auch bei der Kinderbetreuung setzt das ASG mit Sabine Schlicht und ihrer Tochter Stephanie auf personelle Konstanz, damit die Kinder Vertrauen zu ihnen aufbauen können. Ihre schwierige Aufgabe ist es vor allem, jedes Kind gleichermaßen zu beschäftigen. „Wir haben Kinder von neun Monaten bis neun Jahren dabei. Da muss man natürlich gucken, was man mit denen jeweils machen kann. Die Kleinsten dürfen dann meistens mit Lego spielen, während die älteren Kinder etwas basteln“, beschreibt Sabine Schlicht. Auch am vergangenen Sonntag stand das Thema Basteln auf dem Programm. „Wir gehen ja auf Karneval zu und werden mit den Kindern dahingehend etwas machen“, so Schlicht weiter.

Viele Mütter, die am Sonntag im Familienzentrum vor Ort waren, kommen regelmäßig oder sogar jeden zweiten Sonntag. Auch Petra Peters und ihre vierjährige Tochter Sophia waren schon öfters bei dem Alleinerziehenden-Treffen. Durch eine gute Freundin war Peters im Sommer vergangenen Jahres auf das Angebot gestoßen. „Es ist schön, sich hier mit anderen Leuten austauschen zu können. Außerdem kommt meine Tochter sehr gerne hier hin, um mit den anderen Kindern zu spielen. Vor allem wenn das Wetter draußen so schlecht ist wie heute“, erklärt Peters. Für die Teilnehmerinnen ist das Treffen im Familienzentrum so zu einem festen Eintrag in ihren Terminkalendern geworden.

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