Timo Franzen ist der neue Leiter des Tierheims Düsseldorf.

Tierschutz : Gute Arbeit für Tiere unter neuer Leitung

Timo Franzen ist der neue Leiter des Düsseldorfer Tierheims. Ihn überzeugt die gute Vermittlungsarbeit, die sich ganz nach dem Wohl der Tiere richtet. 60 Ehrenamtler sorgen dafür, dass die Tiere zutraulicher werden.

Seit einigen Monaten ist Timo Franzen der neue Leiter des Düsseldorfer Tierheims und damit auch verantwortlich für 32 Mitarbeiter. Erfahrung in diesem Bereich konnte der 38-Jährige bereits in Baden-Württemberg sammeln, wo er als Betriebsleiter eines Tierheims tätig war. „Ich wollte gerne zurück in die Heimat und habe mich deshalb in Düsseldorf beworben. Mir hat aber auch direkt viel am Tierheim hier gefallen“, sagt der Tierpflegemeister.

Dazu gehört vor allen Dingen die Art der Vermittlung. „Dabei stehen in Düsseldorf die Tiere absolut im Vordergrund. Wir geben sie nur ab, wenn wir überzeugt sind, dass es ihnen auch bei den neuen Besitzern gut geht. Wir vermitteln also lieber weniger Tiere, dafür diese dann aber sehr gut.“ Kaninchen werden beispielsweise nur abgegeben, wenn die neuen Besitzer nachweisen können, dass diese dauerhaft genügend Auslauf haben.

Um die Vermittlungen zu erleichtern, werden die Tiere auf der Internetseite des Tierheims mit Fotos und teilweise in Videos vorgestellt. Rund 60 Gassigeher und Katzenstreichler sorgen dafür, dass scheue Tiere zutraulicher werden. Eine Hundetrainerin arbeitet zudem mit den Tieren, die durch die Beschäftigung auch gelassener werden. Wer einen kranken oder alten Hund oder solch eine Katze übernimmt, bekommt bei Bedarf die medizinische Versorgung oder Spezialfutter vom Tierschutzverein gestellt.

Die Vermittlungszahlen können sich deshalb sehen lassen. Von rund 950 Katzen, die 2018 in das Heim an der Rüdigerstraße kamen, fanden 750 einen neuen Besitzer. Hinzu kommen noch Wildkatzen, die nach einer Kastration wieder ausgesetzt wurden und die Tiere, die wieder zu ihren Besitzern zurückkehrten.

„Ein neues Aufgabengebiet sind für mich die vielen vom Zoll beschlagnahmten Tiere“, sagt Franzen. Teilweise müssten diese täglich vom Flughafen abgeholt werden. Dabei handelt es sich in der Regel um Hunde und Katzen, deren Papiere nicht in Ordnung sind. Vorgestern wurden aber über 20 Kanarienvögel, die eine Frau in einer Kiste von den Niederlanden in die Türkei schmuggeln wollte, dem Tierheim übergeben. „Zwei Vögel waren leider schon erstickt, die anderen erholen sich gerade.“

Solch ein herzloses Verhalten erschüttert Franzen, der selber Katzen besitzt, auch nach vielen Berufsjahren immer noch. „Man denkt, man hätte schon alles gesehen und dann kommt leider doch etwas Neues hinzu.“ Als Beispiel nennt er den Fund eines Terrariums, das zwischen Sperrmüll abgestellt wurde und in dem sich eine Kornnatter und ein Frosch befanden.

Beeindruckt ist Franzen von den vielen guten Kooperationen, die das Tierheim mit anderen Vereinen wie der Katzenhilfe oder dem Fifty-Fifty-Projekt Underdog unterhält. „Hier gibt es keine Konkurrenz, sondern eine gute Zusammenarbeit.“

Wenn der neue Tierheimleiter einen Wunsch frei hätte, würde er diesen für ein größeres Kleintierhaus einsetzen. „Die Tiere hätten dann einfach mehr Platz und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter würden sich verbessern. Zudem könnten wir einen Mehrzweckraum für Reptilien einrichten.“ Denn diese kann das Tierheim bislang nicht selber unterbringen, gibt diese deshalb an den Aquazoo und private Auffangstationen ab. „Der Reptilientrend hält weiter an, die Tiere werden in Massen produziert und diese später zu vermitteln, wird immer schwieriger.“

Das neue Haus etwa für Kaninchen, Mäuse und Meerschweinchen wird aber zunächst nur ein Wunsch bleiben, denn auf dem Tierheimgelände ist kein Platz mehr für Erweiterungsbauten. „Wir bekommen zwar viele Kleintiere herein – letzten Samstag waren das zum Beispiel elf Stück – aber zum Glück verzeichnen wir auch eine hohe Nachfrage.“

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