Tierheim Düsseldorf: 6000 Hunde suchen ein Zuhause

Düsseldorf-Rath : 6000 Tierheim-Hunde suchen ein Zuhause

Seit zwei Jahren arbeitet das Düsseldorfer Tierheim mit dem größten Tierheim der Welt in Rumänien zusammen. Von dort werden Hunde weitervermittelt.

Die Dimensionen sind gewaltig. Auf fünf Hektar Fläche stehen Zwinger und Käfige in langen Reihen und beherbergen rund 6000 Hunde, darunter 700 Welpen. "Die Masse hat mich erschlagen, ich bin dort in die Irre gelaufen. Das Bellen der Tiere ist unfassbar laut", sagt Melanie Gordon. Sie leitet die Hundeabteilung des Düsseldorfer Tierheims und hat in der letzten Woche mit ihrem Kollegen Heiko Schödel das größte Tierheim der Welt besucht. Die "Smeura" liegt in Rumänien und wird vom deutschen Tierschutzverein "Tierhilfe Hoffnung" betrieben. Seit zwei Jahren besteht eine Kooperation mit den Düsseldorfern.

"Wir wollten uns nun einen Eindruck vor Ort verschaffen und ich bin angenehm überrascht worden", sagt Gordon. "Die Anlage ist sauber und gepflegt und ich hatte dort nicht das Gefühl, dass man jeden dieser Hunde retten müsste." Die Tiere stammen in der Regel von der Straße, viele andere werden dort von Tierfängern eingefangen und getötet. Täglich kommen bis zu 40 Hunde, darunter viele Welpen, in die "Smeura". Jeder Neuankömmling wird komplett durchgecheckt und erhält eine eigene Karteikarte, in der Alter, Geschlecht und Impfungen festgehalten werden.

"Diese riesige Zahl macht deutlich, dass die Tiere nur mit Hilfe aus dem Ausland ein neues Zuhause finden können", sagt Monika Piasetzky, Leiterin des Tierschutzvereins Düsseldorf. Zumal vor Ort kaum Tiere vermittelt werden. "Wer will, kann sich ja selber einen Straßenhund suchen." Deshalb werden immer wieder Tiere aus Rumänien zur Vermittlung nach Düsseldorf gebracht. Piasetzky sieht solch eine Unterstützung als aktiven Tierschutz an. "Wir profitieren aber auch von dieser Kooperation. Seitdem wir viele verschiedene Hundetypen jedes Alters anbieten können, verzeichnen wir einen größeren Besucherstrom. Das kommt auch unseren Tieren zugute. Einige Hunde, die schon länger bei uns lebten, haben dadurch doch noch ein neues Zuhause gefunden." Zudem würde so auch verhindert werden, dass künftige Hundebesitzer illegale Welpenkäufe tätigen oder Tiere im Internet bestellen.

"Da die rumänischen Hunde im Rudel gehalten werden, sind sie super sozialisiert. Das wirkt sich sehr positiv auf unsere Tiere aus, die durch ihre neuen Genossen mehr zur Ruhe kommen", sagt Gordon. Rund 90 rumänische Tiere wurden bereits in den letzten Monaten in Düsseldorf vermittelt. 26 neue Hunde wurden nun nach Deutschland geholt, die in einem allen gesetzlichen Auflagen entsprechenden Fahrzeug transportiert wurden. Die Tiere kamen so völlig entspannt an und haben teilweise sofort einen neuen Besitzer gefunden. "Die rumänischen Tiere sind stubenrein, verträglich und können gut alleine bleiben. Bisher ist deshalb keines dieser Tiere dauerhaft bei uns geblieben", sagt Gordon. Selbst alte oder kranke Hunde konnten vermittelt werden, denn dann bietet das Düsseldorfer Tierheim Unterstützung an. Beim neuen Projekt "Nori" kommen solche Tiere in eine Art Dauerpflegestelle. Der Hund lebt bei seinem neuen Herrchen, verbleibt aber im Besitz des Tierheims. Bei eventuell anfallenden Kosten für Medikamente oder auch Spezialfutter bei chronischen Erkrankungen gibt es dann Unterstützung und der Hund kann in der tierheimeigenen Arztpraxis behandelt werden. "Auch wenn das Tierheim in Rumänien in einem verhältnismäßig guten Zustand ist, hat doch jeder einzelne Hund die Chance auf ein neues Leben hier in Deutschland verdient", sagt Gordon.

(RP)