Streit in Düsseldorf Rath, ob Müll in der Nachbartonne entsorgt werden darf

Bürgermonitor : Ärger um Müll in Nachbars Tonne

Awista-Mitarbeiter wollen die Verteilung von Müll auf die Nachbartonnen verbieten.

Der Mittwoch bietet in einer Wohnstraße in Rath Potenzial für Konflikte. Dann werden dort die Restmüll-Tonnen von der Awista geleert, um deren Befüllung es aber immer wieder Ärger und Uneinigkeit gibt. Um später die Leerung in den Müllwagen zu beschleunigen, kippen die Müllwerker beim Herausstellen der Tonnen an den Straßenrand nicht vollständig gefüllte Behälter zusammen. Wollen dann Anwohner noch etwas in ihrer Tonne unterbringen, ist in dieser dann häufig kein Platz mehr.„Als ich dann eine leere Tonne benutzen oder meinen Müllbeutel in einer Tonne der Nachbarn unterbringen wollte, wollten mir das die Awista-Mitarbeiter verbieten, das wäre ungesetzlich“, sagt Katja. Ihren vollständigen Namen will sie nicht nennen, da sie keine Lust auf weitere Auseinandersetzungen mit Nachbarn und der Awista hat.

Tatsächlich ist die Nutzung einer fremden Tonne nur dann erlaubt, wenn deren Besitzer zuvor zugestimmt hat. Solch eine Mitbenutzung soll laut Verwaltung aber dennoch nur in Ausnahmefällen geschehen. „Gleichwohl muss jeder ein ausreichendes eigenes Volumen vorhalten“, sagt Stadtsprecher Volker Paulat. Wenn Nachbarn offensichtlich eine zu kleine Tonne bestellt hätten und am Abfuhrtag regelmäßig die bereitgestellten Tonnen der Nachbarn benutzen, könne das auch dem Umweltamt mitgeteilt werden. „Dann hat das Umweltamt die Möglichkeit, diesen Einzelfall – möglichst einvernehmlich – vor Ort zu klären“, sagt Paulat.

Katja und viele ihrer Nachbarn haben sich untereinander abgestimmt, in Ausnahmezeiten, wenn etwa viel Laub oder Grünschnitt anfällt, auch fremde Tonnen benutzen zu dürfen. „Durch das Zusammenschütten der Tonnen habe ich aber nicht einmal mehr Platz in meiner eigenen Tonne“, sagt ein weiterer Anwohner. Die Verwaltung kennt die Vorgehensweise, mit der die Awista-Mitarbeiter das Einsammeln der Abfälle möglichst schnell gestalten wollen.„Dies ist grundsätzlich auch im Interesse der Düsseldorfer, da eine effektive Abfuhr auch die Gebühren stabil hält“, sagt Paulat. Grundsätzlich müsse aber den Menschen bis zur Abholung ihr bestelltes und bezahltes Volumen zur Verfügung stehen. „Das Umweltamt wird zu dieser Frage nochmals auf die Awista zugehen, damit die Mitarbeiter vor Ort auf eine korrekte Handhabung hingewiesen und entsprechend sensibilisiert werden“, verspricht Volker Paulat.

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