Rath: Rather Aape sind doppelt jeck

Rath: Rather Aape sind doppelt jeck

Bei den Karnevalisten standen die Galasitzung und der Kinderkarneval auf dem Programm.

Sorge um mangelnden Nachwuchs muss man sich bei den Rather Aape nicht machen - zumindest wenn die eigenen Mitglieder bereits so fleißig dafür sorgen. Passend zur Kinderkarnevalssitzung am gestrigen Sonntag begrüßten die Rather Karnevalisten mit dem ein Jahr alten Maximilian Jakobs auch ihr neuestes und jüngstes Mitglied in ihren Reihen. Ansonsten machen aber auch so schon mehr als zwanzig Kinder und Jugendliche in den Tanzgarden mit.

Die Aaper Kids standen beim Kinderkarneval am Sonntag auf der Bühne des Katholischen Vereinshauses. Foto: Andreas Endermann

"Der Karneval in Rath ist eben für viele eine absolute Leidenschaft", sagt Jennifer Kotzur, welche seit 18 Jahren mittanzt und die "Paginnen" inzwischen trainiert. Für viele Rather fand diese Leidenschaft am vergangenen Wochenende vorläufig ihren Höhepunkt. Bereits am Freitag waren die Erwachsenen auf der Galasitzung der Rather Aape karnevalistisch voll auf ihre Kosten gekommen. Während John Doyle mit seinen amerikanisch-deutsch akzentuierten Witzen für viele Lacher im Publikum sorgte, brachte "Herr Niels" akrobatische Verdrehungen und Figuren zum Besten. Musikalisch gab es von den Swinging Funfares einiges auf die Ohren, und Et Zweijestirn nahm die Politik mit seinen parodistischen Liedern aufs Korn. Zum Schluss gab es noch ein Gipfeltreffen, welches das Düsseldorfer und das Ratinger Prinzenpaar zusammen auf der Bühne inszenierten.

Bei der Kinderkarnevalssitzung am gestrigen Sonntag ging es aber weniger um politische Büttenreden, sondern einfach nur um Spaß für die Kinder. Moderiert vom Aape-Vorsitzenden Robert Kotzur stand das Tanzen an diesem Nachmittag besonders im Vordergrund, weswegen der erste Programmpunkt auch schlicht "Kinderdisco" lautete. In langen Polonaisen zogen die Nachwuchsjecken wild tanzend um und auf die Bühne, ganz gemäß dem Motto "Jeck auf jede Fall, im Aape Affenstall". Daran schloss sich der große Auftritt der Paginnen-Tanzgarde an, die mit ihrem russisch angehauchten Tanz das Publikum begeisterte. Erst recht exotisch wurde es dann, als die German Lakota Friends stampfend in den Saal einzogen. Gemeint ist damit ein Verein aus Heerdt, der sich die Bewahrung indianisches Brauchtums auf die Fahnen geschrieben hat. Dabei beschäftigen sich die Mitglieder nicht nur mit den Traditionen der Sioux-Indianer, sondern führen auch deren rituelle Beschwörungstänze auf. Damit alles so echt wie möglich aussieht, waren die Mitglieder schon mehrmals in den Vereinigten Staaten und hatten auch selbst schon echte Indianer bei sich zu Gast.

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Große Augen bei den Kindern riefen aber nicht nur die wilden Beschwörungstänze auf der Bühne, sondern vor allem die aufwendigen Federkostüme der Indianer aus Düsseldorf hervor. "Da stecken fast 30 Jahre Arbeit drin, weil immer etwas Neues dazukommt", sagte "Häuptling" Stefan Rieger. Gemäß echter Indianer-Tradition verabschiedete sich die Gruppe übrigens nicht mit einem "Helau", sondern mit der indianischen Grußformel "How-Kola".

Da bei einer Karnevalssitzung nicht nur getanzt, sondern auch gelacht werden soll, betrat anschließend der Clown Juppi die Bühne. Mit seinen Zaubertricks verblüffte er dabei nicht nur die Kinder, sondern auch das ein oder andere Elternteil. Musikalisch untermalt wurde die Sitzung schließlich vom Kinderliedermacher Volker Rosin. Zum Abschluss gaben sich Prinz Luis und seine Venetia Lucia die Ehre.

(RP)