Politiker wollen einen einfacheren Zugang zum Aaper Wald in Düsseldorf Rath erreichen

Ein Rundgang durch Rath : Auf der Suche nach einem Waldzugang

Bei einem Rundgang durch Rath wurde eine mögliche Trasse abgelaufen, über die man künftig in den Aaper Wald gelangen könnte. Bislang ist das vom Zentrum des Stadtteils aus nur auf großen Umwegen möglich.

Auf großes Interesse stieß der öffentliche Stadtteilrundgang „Sozialraum 623 und Grünweg Rath“. Mit ihm wollte die Bezirksvertretung 6 (Rath, Unterrath, Mörsenbroich und Lichtenbroich) konkret vor Augen führen, mit welchen zukünftigen Vorhaben sie sich für die Verbesserung des sozialen Umfelds im Bezirk einsetzen will. Einen Schwerpunkt bildet der Sozialraum 623, der das Gebiet beidseitig längs des Rather Broichs, begrenzt durch Wilhelm-Raabe-Straße und Frobenstraße umfasst. Zwecks genauerer Wohnumfeld-Analyse wurde seitens der Stadt 2017 eine sozialräumliche Gliederung initiiert, die die Stadtteile in kleinere Sozialräume unterteilt. 2018 wurde dann die Sozialraumstudie veröffentlicht. In der Untersuchung, in der die Lebensbedingungen des Wohnumfelds statistisch einflossen, hat Rath mit dem Sozialraum 623 sowie mit der Theodorstraße gleich zweimal mit der Note 5 besonders schlecht abgeschnitten.

Die zuständige Bezirksvertretung hat das nicht überrascht; sie sieht schon länger umfassenden Handlungsbedarf und hat dazu schon viele Anträge und Anfragen an die Verwaltung gerichtet. Insbesondere fehlende Bildungs-, Beratungs-, Betreuungs- und Freizeitangebote sollten damit geschaffen werden. In den kommenden drei Jahren sollen immerhin sechs neue Kitas, eine davon an der Selbecker Straße, errichtet werden. Eine neue weitere Jugendfreizeitstätte wird allerdings zurzeit nicht geplant.

Um ein konkretes Bild des Mangels und der geplanten Maßnahmen zu geben, hatten Bezirksbürgermeister Ralf Thomas und der Leiter der Bezirksverwaltungsstelle, Ralf Hagelüken, zu einem Rundgang auf dem Grünweg Rath, der zukünftig eine nähere Anbindung zum Aaper Wald realisieren soll, gebeten. Die Stadtteil-Karawane startete an der neuen Rettungswache an der Sankt-Franziskus-Straße. Sie führte zunächst am ehemaligen Sportplatz vorbei, wo zurzeit die Vorbereitungen für eine bauliche Interimslösung für das Rückert-Gymnasium begonnen haben. Weiter ging es entlang den Sportplätzen von Agon 08, wo sich auch die beliebte Pump-Track-Anlage befindet, bis zu einer Kleingartenanlage. Bislang war der Weg grün gesäumt, doch als dann die Höhenzüge des Aaper Waldes unmittelbar ins Blickfeld kamen, präsentierten sich zunächst der Rather Broich sowie eine als Bunker bezeichnete Betonmauer als massive Barrieren. Verkehrstechnische Möglichkeiten, hier einen Übergang zu schaffen, gibt es, doch den „Bunker“-Riegel – in Wahrheit sind das Reste von ehemaligen Produktionshallen von Rheinmetall –zu überwinden, ist derzeit unmöglich. Dass der Wald am Rather Broich in greifbarer Nähe ist, aber man dort nicht ohne weiteres hinkommt, wird schon lange von den Bezirkspolitikern kritisiert.

Über die Eckampstraße, an der aktuell 220 Wohnungen, darunter 20 Prozent Sozialwohnungen erstellt werden, ging es weiter über die Selbecker Straße. An dieser Stelle monierte Ratsmitglied Marcus Münter, dass die Wohnbebauung nicht auch die Fläche eingeschlossen habe, auf der alte Hallen stehen, die für Teile des Opernfundus genutzt werden, Die Hallen könnten eigentlich abgerissen werden, da ein neuer Lagerort bereit stünde. Wo hinter der Kita Dülmener Straße undurchdringliches Gestrüpp den Weitermarsch verhindert, könnte ein direkter Weg auf städtischem Grund zum Wald angelegt werden, sind sich Ulrike Volmer und Thomas Hechtle-Wacker vom Gartenamt sicher.

Auch der Querung der Bahngleise mittels sichernder Drehkreuze stünde laut Rheinbahn nichts entgegen, erklärt Hagelüken. Vom Schützenplatz aus, wo auch die von Stadt, Polizei und Verkehrswacht gemeinsam betriebene Jugendverkehrsschule liegt, die modernisiert wird, liegt, durfte dann nochmals die Waldesnähe erspürt werden.

Mehr von RP ONLINE