Rath : Panne beim Bau von Bahnsteigen

800.000 Euro hat die Rheinbahn in den Bau der neuen Bahnsteige an den Haltestellen "Rath-Mitte" und "Rotdornstraße" investiert. Nun gibt es Probleme, weil die Baufirma nicht den richtigen Abstand eingehalten hat.

Seit über einer Woche fährt die 701 nun die beiden neuen Bahnsteige auf der Westfalenstraße an. Doch möglich ist das zurzeit nur für die alten, in den 90er Jahren in den Dienst gestellten Straßenbahnen. Die neuen Silberpfeile der Rheinbahn öffnen ihre Türen weiter nach außen, und dafür ist an einigen Stellen der Bahnsteige nicht genügend Platz vorhanden. "Der Abstand zwischen Zug und Bahnsteigkante wurde auf sechs Zentimeter angesetzt, das passt immer", erklärt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

Vor der Freigabe der neuen Bahnsteige sei diese Anforderung auch stichprobenartig überprüft worden. Erst im Betrieb habe sich dann gezeigt, dass an einigen Stellen der Abstand zur Bahnsteigkante nur vier Zentimeter betrage - zu wenig, um die Türen des Silberpfeils zu öffnen. Betroffen von dem Problem sind die Haltestellen "Rath-Mitte" und "Rotdornstraße".

Wann und wie dieses Problem gelöst werden kann, ist bislang noch unklar. "Wir werden nun mit einem externen Fachmann klären lassen, ob es möglich ist, die zu engen Stellen bis zu zwei Zentimeter abschleifen zu lassen", erklärt Schumacher das weitere Vorgehen der Rheinbahn. Sollte sich dies nicht als praktikable Lösung erweisen, müsse die Baufirma Platz schaffen und den Frontstein nach hinten setzen. "Das ist deren Problem und geht auf deren Rechnung, schließlich waren die Pläne und Vorgaben genau", sagt Schumacher.

Für den Bau der beiden neuen Bahnsteige auf der Westfalenstraße hat die Rheinbahn immerhin 800.000 Euro investiert. Die erhöhten Bahnsteige ermöglichen einen stufenlosen Einstieg und sollen Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die Fahrt erleichtern. Darüber hinaus werden die Bahnsteige der Linie 701 von der Rheinbahn aber auch umgebaut, um die Stadtbahn-Linie U71 endlich bis zum ISS Dome zu verlängern. Auf diese Verbindung warten die Düsseldorfer schon seit langem.

Nicht zum ersten Mal hat die Rheinbahn in jüngster Zeit Probleme mit dem Bau von neuen Bahnsteigen. Wie unsere Redaktion Anfang März berichtete, häufen sich Klagen von Fahrgästen, die an der Haltestelle "Dominikus-Krankenhaus" ein- und aussteigen. Sie bemängeln, dass die erwünschte Barrierefreiheit an der Haltestelle gar nicht erreicht wurde, weil der Spalt zwischen den Zügen und der Bahnsteigkante mit etwa 20 Zentimetern zu groß sei. Rollstuhlfahrer und Kinderwagen könnten dort eingeklemmt werden.

(RP)