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Nur teilweise Lärmschutz von der Bahn für die Bürger in Düsseldorf Rath.

Lärmbelastung in Düsseldorf : Nur teilweise Lärmschutz für die Rather

Die Güterzugstrecke erhält nicht überall Schallschutz, obwohl die Belastungen stark zunehmen werden. Politik und Verwaltung fordern eine Nachbesserung.

(brab) Die Güterzugstrecke 2324 gehört zu der am meisten befahrenen Route in Deutschland, welche die Städte Genua und Rotterdam verbindet. In Düsseldorf verläuft diese von Rath nach Eller. In den nächsten Jahren soll das Zugaufkommen erheblich gesteigert werden, so dass auf dem Düsseldorfer Abschnitt rund 240 Güterzüge in 24 Stunden fahren werden. Das bedeutet nahezu eine Verdopplung des bestehenden Verkehrs und eine Steigerung der Lärmbelastung.

Die Bemühungen von Verwaltung, Politik und Anwohnern für eine Verbesserung des Lärmschutzes haben zumindest für die südlichen Stadtteile Wirkung gezeigt. Zwischen Höher Weg und Vennhauser Allee sollen fast durchgehend Schallschutzwände errichtet werden. Für viele Bewohner in Rath wird es hingegen keinen zusätzlichen Lärmschutz geben. „Das ist für uns nicht nachvollziehbar, denn dort fahren ja dieselben Züge wie in Eller und zusätzlich auch noch die S-Bahn“, sagt Ratsherr Marcus Münter (CDU). Er verweist auf Lärmuntersuchungen, welche in Eller und Rath die gleichen Lärmbelastungen ergeben hätten. Der städtische Verkehrsplaner Klaus Lorenz sieht das ähnlich. „Wir haben in Gesprächen mit der Deutschen Bahn eingefordert, dass die Strecke Rath/Eller komplett betrachtet wird. Wa­rum das nicht geschehen ist, dafür haben wir keine akzeptable Begründung erhalten.“

Die Deutsche Bahn teilte nun auf Anfrage mit, dass 2023 zwischen dem nördlichen Ausgang des Staufenplatztunnels und dem Haltepunkt Rath eine rund 200 Meter lange Schallschutzwand westlich der Güterstrecke gebaut werden soll. „An der Strecke, die vom Haltepunkt Rath erst nach Süden und dann weiter nach Westen verläuft, sind vier weitere Schallschutzwände geplant“, sagt ein Bahnsprecher. Die Vorarbeiten für den Bau dieser Wände beginnen Ende 2021. Der am stärksten vom Lärm betroffene Streckenabschnitt zwischen dem Haltepunkt Rath und der Stadtgrenze Ratingen wird hingegen gar nicht berücksichtigt.

Da es sich bei diesem Abschnitt um eine bereits bestehende Strecke handelt, die nicht ausgebaut sondern nur stärker genutzt werden soll, besteht kein automatischer Anspruch auf Lärmschutz. „Wir werden dieses Thema in Gesprächen mit der Verwaltung aufgreifen und daraus eine politische Forderung machen“, sagt Münter. Denn Möglichkeiten, mehr Lärmschutz zu erreichen, gibt es. So hat die Bundesregierung bereits 1999 ein Lärmsanierungsprogramm eingerichtet, mit dem auch an bestehenden Eisenbahnstrecken Schallschutz realisiert werden kann.

Im Abschnitt zwischen Staufenplatztunnel und Stadtgrenze Ratingen wurden mit Hilfe dieses Programms bereits 60 Wohneinheiten mit passivem Schallschutz ausgestattet. Im südlichen Streckenbereich wurde zudem eine Schallschutzwand von etwa 200 Metern Länge errichtet. „Zusätzlich wird zurzeit noch schalltechnisch untersucht, ob und welche Wohneinheiten mit passivem Schallschutz ausgestattet werden sollen“, sagt ein Sprecher des Eisenbahn-Bundesamtes.