Neues Angebot für Kinder aus Problemfamilien in Düsseldorf Rath

Quartiersentwicklung : Intensivere Betreuung von Kindern in Rath

Teilen des Viertels wurde ein schlechtes soziales Niveau bescheinigt. Jetzt sollen Verbesserungen her.

Bei der Sozialraumstudie 2018 der Stadt wurden die Stadtteile in mehrere Gebiete unterteilt und die Lebensbedingungen dort untersucht. In Rath schnitt dabei der Sozialraum 623, das ist das Gebiet beiderseits des Rather Broichs, begrenzt durch die Wilhelm-Raabe-Straße und Frobenstraße, besonders schlecht ab. Ihm wird ein sehr hoher sozialer Handlungsbedarf bescheinigt. Die Bezirksvertretung 6 möchte das soziale Umfeld verbessern, und hat schon im Januar die Verwaltung aufgefordert, in dem Gebiet oder dessen Umfeld Bildungs-, Beratungs-, Freizeit- und Betreuungsangebote einzurichten.

Die Verwaltung teilt nun mit, dass in den nächsten drei Jahren sechs neue Kindertageseinrichtungen geplant sind, eine davon wird in dem Sozialraum 623 an der Selbecker Straße entstehen. Für die dort lebenden Familien ist bereits das städtische Familienzentrum an der Sankt-Franziskus-Straße zuständig. „Erziehungsberatungsangebote sowie niedrigschwellige Familienbildungsangebote werden gut angenommen“, sagt die Verwaltung.

Eine Unterversorgung im Bereich von OGS-Plätzen für Kinder aus dem Sozialraum 623 räumt die Verwaltung hingegen ein. Die Jungen und Mädchen besuchen in der Regel die Grundschulen Max-Halbe-Straße und Wrangelstraße, und dort fehlen ausreichend Betreuungsplätze. Allerdings würden einige Familien das OGS-Angebot ohnehin per se ablehnen. „Auf der anderen Seite gibt es laut Bezirkssozialdienst häufig die Situation, dass Kinder aus sogenannten Multiproblemfamilien dort kaum betreubar sind, die Gruppen sprengen und in der Folge ausgeschlossen werden“, teilt die Verwaltung mit.

Kurzfristig soll deshalb ab dem Schuljahr 2019/2020 eine verlässliche Betreuung für Schulkinder mit besonderem Unterstützungsbedarf aufgrund ihrer familiären Situation am Abenteuerspielplatz Mörsenbroich eingerichtet werden. Eine Jugendfreizeiteinrichtung seitens der Verwaltung ist nicht geplant.

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