In Rath wird ein neues Wohnquartier an der Westfalenstraße fertiggestellt

Stadtentwicklung : Ein neues Quartier für Rath

Der erste Bauabschnitt an der Westfalenstraße steht vor der Vollendung. Die ersten Mieter sollen im Juni einziehen können.

Es war ein langes Ringen, wie das 6,7 Hektar große Quartier an der Westfalenstraße aussehen soll. Vor acht Jahren wurde dazu ein aufwendiges Wettbewerbsverfahren mit Beteiligung der Bürger durchgeführt. Im Juli 2017 konnte nach einem Jahr Bauzeit auf dem vorderen Teil des ehemaligen Betriebsgeländes von Sack & Kiesselbach Richtfest gefeiert werden. Ende Mai soll nun der Bauabschnitt fertiggestellt werden, in den 60 Millionen Euro investiert wurden.

Mit der Vermarktung der 138 freifinanzierten und 36 preisgedämpften Wohnungen wird nun begonnen. Diese sollen voraussichtlich ab 1. Juni dieses Jahres bezogen werden können. „Während der Bauphase haben wir nicht aktiv vermarktet und dennoch schon einige Nachfragen aus dem Rather Umfeld erhalten“, teilt die Bayerische Versorgungskammer mit. Sie hat alle Gebäude vom Investor Ten Brinke erworben.

Dazu gehören auch eine dreigruppige Kindertagesstätte und ein Supermarkt mit Garage mit 287 Stellplätzen – 67 Plätze sind für Wohnungsmieter und 220 Stellplätze für Kunden vorgesehen. „Insgesamt entstehen im Projekt rund 7500 Quadratmeter Gewerbefläche, wovon rund die Hälfte auf den Supermarkt entfällt. Die restlichen Flächen liegen entlang der Westfalenstraße und rund um den neuen Quartiersplatz“, sagt Antje Tetenborg von der Bayerischen Versorgungskammer.

Das gesamte Gebiet soll über die Straße Am Gatherhof erschlossen werden. Insgesamt vier Zugänge, manche nur für Lieferverkehr oder nur für Anwohner geöffnet, sind geplant. Die Hauptzufahrt soll an der Ecke Am Gatherhof/Wahlerstraße entstehen. Dort wird die Einrichtung eines Kreisverkehrs geprüft, um den Verkehrsfluss zu beschleunigen. Für die Bewohner steht eine Tiefgarage mit 75 Stellplätzen zur Verfügung.

An das neue Quartier werden hohe Erwartungen geknüpft. Die Bezirkspolitiker und viele Bürger erhoffen sich eine Aufwertung des Stadtteils. Deshalb hat die Bezirksvertretung darum gekämpft, dass dort kein geförderter Wohnungsbau entsteht, um mehr Kaufkraft nach Rath zu holen und damit die Einkaufsstraße Westfalenstraße zu stärken.

Wie das vordere Areal wird auch das hintere Gebiet, das ehemalige Betriebsgelände der Firma Paguag, von Ten Brinke entwickelt. Der Investor will dazu im Moment aber keine näheren Einzelheiten bekannt geben. Er teilt nicht mit, ob die Abrissarbeiten wie geplant im Juni starten können und ob es bei der Planung von viergeschossigen Gebäuden mit bis zu 500 weiteren Wohnungen bleibt. „Wir befinden uns zurzeit in Abstimmung mit der Stadt Düsseldorf und werden uns deshalb noch nicht äußern“, heißt es seitens des Investors.

Fest steht aber bereits, dass es dort neben 20 Prozent preisgedämpften auch 20 Prozent geförderte Wohnungen geben wird, das Handlungskonzept Wohnen der Stadt Anwendung findet. Die Bezirkspolitiker hatten das immer abgelehnt und sich auch beim vorderen Areal durchsetzen können, da Rath ohnehin schon ein sozial belasteter Stadtteil sei. Die Bezirkspolitiker wollen deshalb erreichen, dass die öffentlich geförderten Wohnungen an Studenten, Auszubildende und Senioren vergeben werden.

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