In Düsseldorf Rath kämpfen die Politiker für eine Umgehungsstraße

Verkehrsentwicklung : In Rath wird für eine Umgehungsstraße gekämpft

Für Diskussion in der Bezirksvertretung 6 sorgte ein Bauantrag. Dieser bezieht sich auf ein Areal, das eigentlich seit Jahren für eine Umgehungsstraße in Rath freigehalten wird.

Seit rund 20 Jahren macht sich die Bezirksvertretung 6 für den Bau einer Ortsumgehung Rath stark. Zahlreiche Anträge dazu haben die Politiker an die Verwaltung gerichtet und bei den Haushaltsberatungen immer wieder um die Bereitstellung von Geldern für die Planung der Entlastungsstraße gebeten. „Ich bin deshalb mehr als überrascht, dass das städtische Planungsamt davon keine Kenntnis hat und uns Pläne vorlegt, die eine Ortsumgehung behindern würden“, sagt Ratsherr Marcus Münter (CDU). So sollte die Bezirksvertretung 6 (BV6) einen Bauantrag zustimmen, der die Errichtung von 59 Stellplätzen für eine Autovermietung und zweigeschossige Bürocontainer auf einem Nachbargrundstück zum Rather Schützenplatz am Rather Broich vorsieht.

Dort entlang soll aber einmal die Entlastungsstraße führen, die auch im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt von 2006 aufgeführt wird. Fortgesetzt werden soll diese entlang der Güterbahnstrecke, bevor sie dann unterirdisch unter der Westfalenstraße bis hin zur Theodorstraße verläuft. „Es ist fahrlässig, Dinge genehmigen zu wollen, die nicht mehr für die Straße rückgängig gemacht werden können“, sagt Gerhard Peters, Fraktionsvorsitzender der CDU in der BV6. Die Verwaltung weist aber darauf hin, dass in dem gültigen Bebauungsplan von 1965 die Ortsumgehung nicht festgesetzt wurde, aus baurechtlichen Gründen das Bauvorhaben deshalb nicht verwehrt werden könne. Die Bezirksvertretung stimmte dennoch dagegen.

„Dass eine Bebauung der Trasse – und das nicht zum ersten Mal – vorgeschlagen wurde, hat bei uns die Alarmglocken klingeln lassen“, sagt Münter. Er kündigt an, dass die CDU nun das Thema intensiv angehen werde, da die Belastungen und Probleme durch den Verkehr besonders um den Hülsmeyerplatz im Zentrum von Rath noch zunehmen würden. „Wir sind froh, dass zurzeit viele neue Wohnungen in Rath geschaffen werden, aber die Infrastruktur muss folglich auch ausgebaut werden.“ Diese sei auf die Verkehre aus den 1990er Jahren ausgelegt und würde schon lange nicht mehr ausreichen. „Der gesamte Durchgangsverkehr zu den Autobahnen, zum Flughafen, zur Theodorstraße und in die Innenstadt muss über den Hülsmeyerplatz. Das funktioniert eben nicht“, sagt Münter.