Im Wollcafé im Rather Familienzentrum in Düsseldorf wird gemeinsam gestrickt

Freizeit in Düsseldorf : Viel mehr als ein Handarbeitstreff

Im Wollcafé kommen Frauen ins Gespräch und engagieren sich für Rath.

Es sieht gemütlich aus auf dem großen Sofa mit der bunten Patchwork-Decke. Die bildet im Foyer des Rather Familienzentrums (RFZ) den Mittelpunkt des Wollcafés. Jeden Montag kommen dort Frauen zusammen, um gemeinsam zu stricken und zu häkeln. Und während die Nadeln klappern, entwickeln sich muntere Gespräche. „Ich habe das Wollcafé entdeckt, als ich mit meinem Kind hier in einer Spielgruppe war. Jetzt nehme ich das zweite Mal teil und es macht mir echt Spaß“, sagt Sanie Ali. Die 33-Jährige arbeitet an Stulpen, hat aber schon große Pläne. „Vielleicht stricke ich ein Kleid.“ Hilfe würde sie von den erfahrenen Handarbeiterinnen in der Runde erhalten. „Ich habe hier schon viel von den Damen gelernt und richtig schöne Sachen gestrickt“, sagt Susan Mansour.

Geleitet wird der Treff seit vier Jahren von Marlies Trapitz. Ihr liegt es am Herzen, sich ehrenamtlich zu engagieren und in den Stadtteil einzubringen. Dafür hat sie mit den Teilnehmerinnen schon verschiedene Aktionen gestartet. Für die Verschönerung des Kirchturms von Zum Heiligen Kreuz wurden lange Schals gestrickt, die im Sommer auch Bänke im Umfeld des Familienzentrums schmücken. Alle Stuhlbeine der Sitzmöbel im Foyer erhielten kleine Socken, damit sie weniger Lärm machen, wenn man sie schiebt. Für die Obdachlosenhilfe vision:teilen wurden Pulswärmer gemacht und ein Hirtenjunge in der Weihnachtskrippe der Gemeinde erhielt einen Fortuna-Fanschal. „Jetzt wurden neue Mülltonnenschränke aufgestellt. Mal sehen, ob wir die nicht verschönern können“, sagt Trapitz.

Verwendet werden bei den Aktionen in der Regel gespendete Materialien. „Wer das Handarbeiten einmal ausprobieren will, bekommt zunächst alles, was dazu benötigt wird, von uns gestellt“, sagt Trapitz, die sich auch über weitere Wollen freut. Um die Leidenschaft für das Hobby weiterzugeben, hat sie schon eine Kooperation mit der benachbarten Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Hauptschule gehabt und Schülern in der Pause Stricken und Häkeln beigebracht.

„Das Wollcafé ist eine wichtige Einrichtung für Menschen, die Anbindung suchen“, sagt Marita Langenhorst von der Caritas, die für die Stadtteilarbeit zuständig ist. Zudem würde sich die freundliche Gruppe gut für Migranten eigenen, die ihre Sprachkenntnisse ausprobieren wollen. Das Wollcafé findet jeden Montag zwischen 10.30 und 13 Uhr statt. Es ist einer der offenen und kostenfreien Treffs im Rather Familienzentrum, Rather Kreuzweg 43. Dort gibt es etwa noch ein Sprachcafé, die Schrittmacher, die bei Themen des Alltags helfen, und einen Spielnachmittag für Eltern mit Kindern ab fünf Jahren. Zudem gibt es im Foyer ein öffentliches Café mit kleinen Preisen. Infos unter www.rather-familienzentrum.de.