Möbelhaus in Rath: Höffner-Pläne kommen voran

Möbelhaus in Rath : Höffner-Pläne kommen voran

Ein Besuch von Unternehmer Kurt Krieger in der Landeshauptstadt am Donnerstag hat offenbar Bewegung in die Pläne für Rath gebracht. Bezirkspolitiker sehen aber noch einige offene Fragen.

In die Planungen für das Höffner-Möbelhaus in Rath ist offenbar Bewegung gekommen: Unternehmer Kurt Krieger traf sich in dieser Woche zu einem Gespräch mit Oberbürgermeister Thomas Geisel. Beide Seiten bestätigten auf Anfrage diese Information unserer Redaktion, wollten sich aber nicht zu den Inhalten des Treffens äußern. Dem Vernehmen nach zeigte sich Krieger offen für den Vorschlag, die fortgeschrittenen Pläne für das eigentliche Möbelhaus weiter voranzutreiben und das Verfahren für das neu zur Planung hinzukommende Logistiklager abzutrennen. Das würde eine weitere Verzögerung der Möbelhauspläne verhindern.

Nach Kriegers Ankündigung, neben dem Möbelhaus auch ein riesiges Logistikzentrum zu bauen, gibt es im Stadtbezirk Gesprächsbedarf. Nächste Woche soll das Projekt Thema einer interfraktionellen Sitzung sein, wie Bezirksbürgermeister Ralf Thomas (SPD) auf Anfrage sagte: "Es sind momentan viele Fragen offen." Im Folgenden ein Überblick über die wichtigsten Themen.

Zeitplan Planungsdezernentin Cormelia Zuschke hat bereits klargestellt, dass das Logistikzentrum einen neuen Bebauungsplan erfordert. Die Offenlegung wird mehrere Monate in Anspruch nehmen. "Das Verfahren zieht sich leider in die Länge", sagt auch Thomas. Wenn das Unternehmen aber tatsächlich zustimmt, das Verfahren zu teilen, könnten die Planungen für das Möbelhaus selbst zügig fortgesetzt werden. Das wäre im Sinne der Rather, da sich die Debatten um das Möbelhaus-Thema am Standort bereits über Jahre hinziehen - so wollte eigentlich auch Konkurrent Schaffrath in Rath bauen.

Belebung Eines der wichtigsten Argumente für das Möbelhaus ist die Belebung, die davon für Rath und die umliegenden Stadtteile ausgehen soll. Für viele Menschen ist der Möbelkauf wie ein kleines Event, weil oft lange gestöbert, vielleicht zwischendurch gegessen wird. Dieser Event-Charakter wird aus Sicht einiger geschmälert, wenn das Projekt schrumpft. So sollen der Mitnahmemarkt Sconto und die Pläne für das Autohaus Brüggemann wegfallen, für das man etwa eine Drive-in-Bäckerei erwogen hatte.

Allerdings sehen nicht alle diesen Punkt als entscheidend. "Die Wahrheit liegt oft in der Mitte", sagt Bezirksbürgermeister Thomas. "Auch ein Höffner-Möbelhaus allein ist ein Magnet, und so ein Logistikzentrum kann im Gegenzug wertvolle Arbeitsplätze für weniger Qualifizierte bedeuten." Der für Rath zuständige Ratsherr Marcus Münter (CDU) erhofft sich auch von einem einzelnen Möbelhaus eine gesteigerte Attraktivität für den Stadtteil: "Allein durch den vorderen Teil mit Handtüchern und kleinen Waren. Und es wird ja mit Sicherheit auch ein Restaurant geben."

Hochhaus Das geplante Hochregallager ist nach dem vorgelegten Entwurf 44 Meter hoch. Damit überragt es die meisten Häuser der Umgebung, ist jedoch kleiner als das nahe Van-der-Falk-Hotel, dessen Turm 61 Meter misst. Insgesamt sind im Stadtteil Hochhäuser nicht unbedingt gewünscht. "Wir sind in Rath empfindlich, was Hochpunkte angeht", sagte die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Birgit Schentek (CDU) bereits bei der Bürgerveranstaltung im Schützenhaus. Ratsherr Münter weist aber darauf hin, dass diese Empfindsamkeit sich vor allem auf Wohnhäuser bezieht. Im Sommer hatte die Politik sich bei der Planung von Wohnungen an der Nördlichen Westfalenstraße gegen Hochhäuser entschieden.

Gesamtoptik Das Autohaus Brüggemann, aus Sicht der Verwaltung erhaltenswert, würde weichen. Der Hintergrund: Für das Hochregallager müsste man die Grünflächen "anknabbern", so Krieger. Um diesen Verlust auszugleichen, soll ein Grünstreifen im vorderen Bereich des Geländes neu entstehen. Das Lager selbst hat auf den ersten Blick auch Lob geerntet. Es handelt sich dem Entwurf nach um einen modernen Bau, dessen massiver Charakter durch verglaste Fassadenelemente abgemildert wird.

Verkehr/Lärm Eine Auswirkung eines Logistikzentrums ist der zunehmende Lieferverkehr. Wie viele Lkw es sein werden, kann derzeit niemand sagen. "Wir brauchen ein Verkehrsgutachten", sagt Ralf Thomas, der aktuell noch keine Überlastung im Umfeld des Baugeländes sieht, aber gern verlässliche Zahlen hätte. Münter sagt: "An der Theodorstraße kann es natürlich kritisch werden, wenn zu den Besuchern des Möbelhauses auch noch der Lieferverkehr kommt."

(RP)
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