Rath: Familienzentrum öffnet sich zum Stadtteil

Rath : Familienzentrum öffnet sich zum Stadtteil

Ein Jahr nachdem der Neubau bezogen wurde, hat das Zentrum sein Angebot ausgebaut, mehr Besucher und stößt an räumliche Grenzen.

Bezirksdienstbeamter Michael Gräßel hat sich im Café des Rather Familienzentrums niedergelassen, um dort seine monatliche Sprechstunde abzuhalten. In seiner Uniform ist er gut erkennbar und kommt in der lockeren Atmosphäre im Foyer des Zentrums am Rather Kreuzweg zudem leicht mit den Bürgern ins Gespräch. Denn das Café ist ein Ort der Kommunikation und des Austauschs. "Seit wir in dieses Haus gezogen sind, wird das Café verstärkt genutzt. Es dürften aber ruhig noch mehr Gäste kommen", sagt Tobias Schiefer. Er ist im Rather Familienzentrum (RFZ), das vom Caritasverband, dem Sozialdienst katholischer Frauen und Männer (SKFM), dem ASG-Bildungsforum und der Pfarre St. Franziskus-Xaverius (SFX) getragen wird, für die Stadtteilarbeit zuständig.

Rund 1,8 Millionen Euro wurden in den zweigeschossigen Neubau investiert. "Noch während der Planungs- und Bauzeit haben sich unsere Angebote vergrößert, so dass wir räumlich bereits wieder an unsere Grenzen stoßen", sagt Schiefer. Dankbar ist man deshalb dafür, dass andere Institutionen wie das Junge Schauspielhaus notfalls Platz zur Verfügung stellen. Damit wird deutlich, wie gut das RFZ im Stadtteil vernetzt ist. "Wir wollen uns aber noch weiter nach außen öffnen, denn viele Menschen kennen uns und unsere Angebote noch nicht", sagt Schiefer. Deshalb sind beispielsweise in diesem Jahr die Teilnahme am Dreck-weg-Tag und ein Tag der offenen Tür geplant.

"Um noch stärker mit der Kirchengemeinde vernetzt zu sein und den Austausch zu beschleunigen, bin ich nun Gastmitglied im Pfarrgemeinderat", sagt Schiefer. Hervorragend würde bereits die Kooperation mit der katholischen Pfarrbücherei funktionieren, die ebenfalls im RFZ untergebracht ist und in den letzten Monaten ihre Öffnungszeiten vervierfacht hat. Dadurch, dass auch die Lebensmittelausgabe "Rathgeber" einmal in der Woche im RFZ tätig ist, hätte man viele neue Besucher gewonnen. "Der Beratungsbedarf ist gestiegen und deshalb sind wir froh, jetzt auch einen Schuldenberater im Haus zu haben, der zudem allgemeine Sozialberatungen durchführt." Zusätzlich gibt es auch noch ehrenamtliche "Lotsen", die Hilfestellung bei Behördenfragen und Formularen geben, eine Erziehungsberatung und eine Sprechstunde des Schiedsmanns.

Kurz nach dem Einzug in das neue Gebäude, wurde im RFZ auch ein Welcomepoint für Flüchtlinge eingerichtet. Für diese gibt es eigene Angebote wie die Integrationskurse oder eine Migrantinnengruppe, die sich mit Themen wie Demokratie und Leben in Düsseldorf beschäftigt. "Nach Möglichkeit versuchen wir aber die Flüchtlinge in unsere bestehenden Angebote zu integrieren. Sie können beispielsweise kostenlos an den Kursen der ASG teilnehmen." Das käme gut an, da die Flüchtlinge nicht gerne gesondert behandelt werden würden, den Kontakt zu den Düsseldorfer suchten. "Einige Flüchtlinge engagieren sich inzwischen im Haus ehrenamtlich. Sie wollen etwas von unserer Hilfe zurückgeben, sind beispielsweise als Dolmetscher im Einsatz."

(brab)