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Rath: Eine Krippe für die geschlossene Kirche

Rath : Eine Krippe für die geschlossene Kirche

Die Kirche St. Josef ist noch bis zum Frühjahr 2014 gesperrt. Dennoch sollte eine Krippe für die Gottesdienste im Pfarrsaal her.

Die Kreativität der Gemeindemitglieder von St. Josef ist zurzeit sehr gefragt. Denn seit Februar kann das Gemeindeleben nicht wie gewohnt durchgeführt werden. Der Grund ist, dass der Kirchenraum durch fehlende Abdichtungen bei einer Heizungssanierung komplett verschmutzt wurde.

Der Innenraum darf seitdem nicht betreten werden, da die kleinen Staubpartikel gesundheitsgefährdend sind. Und auch an Zubehör und Ausstattungsgegenstände wie Messgewänder, Gebetbücher und Kelche kommt man nicht heran, da die Sakristei ebenfalls betroffen ist. Mit der Säuberung der Kirche kann erst im Januar begonnen werden.

Gottesdienste werden nun im Pfarrsaal gefeiert, der mit geliehenen Gegenständen ausgestattet wurde. Den großen Raum aus den 70er Jahren weihnachtlich zu gestalten, ist allerdings eine neue große Herausforderung, die viel Phantasie und Einsatz fordert. Denn auch die beliebte Krippe von St. Josef ist im Raum über der Sakristei nicht erreichbar. "Wir wollten aber nicht auf eine Krippe verzichten", sagt Andrea Brandenburg.

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Seit vielen Jahren kümmert sie sich zusammen mit Elisabeth Ordejón, Monika Möhlendick und Brigitte Schmitz um den Aufbau der Krippe und die Pflege der Figuren. Anfragen bei anderen Kirchengemeinden nach überzähligen Krippenfiguren brachten kein gutes Ergebnis. "Die uns angebotenen Figuren waren einfach zu klein", sagt Ordejón. Eine andere Lösung musste her. "Ich erinnerte mich an eine Weihnachtskrippe, bei der die Figuren auf einfache Holzblöcke reduziert waren. So schlicht wollten wir es nicht, aber es hat mir gezeigt, dass man auch mit einfachen Mitteln eine Gestaltung erreichen kann", sagt Möhlendick.

So entstand die Idee, große, unbearbeitete Holzstämme als Figuren zu benutzen. "Das Forstamt hat uns dabei sofort unterstützt und uns die passenden Stämme überlassen und der Pastor hat uns völlig freie Hand gelassen", sagt Ordejón. Die Stämme wurden am oberen Ende schräg abgesägt, um ein Gesicht anzudeuten. Zudem werden sie teilweise in Stoffe gewickelt und mit kleinen Accessoires versehen. Außerdem durften sich die Frauen noch anderes Material wie Moos, Wurzeln, Blätter und Pilze aus dem Wald mitnehmen, um damit eine Landschaft zu gestalten.

Einen ganzen Tannenwald hat Küster Adam Winiarski dahinter aufgebaut. Wie das fertige Werk von den Kirchbesuchern aufgenommen wird, wird sich aber erst am heutigen Heiligabend zeigen. Dann erst wird die vollständige Krippe, die noch hinter einem Vorhang verborgen ist, zu sehen sein. Lediglich einzelne Personen, wie Johannes der Täufer oder Maria, wurden schon vorher in die Sonntagsgottesdienste eingebunden.

"Wir werden auf alle Fälle zum Dreikönigsfest mit den Kindern zur Krippe gehen. Das hat bei uns Brauch und zu schauen und entdecken gibt es immer genug", sagt Dorothee Dückers, Leiterin der Kindertagesstätte von St. Josef. Damit steht die Kita in einer sehr langen Tradition, denn die ersten Krippen entstanden bereits 250 nach Christus. Da nicht jeder Christ damals nach Bethlehem pilgern konnte, brachten die Kirchen den Gläubigen den Geburtsort von Jesus durch Nachbildungen nahe.

(RP)