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Düsseldorf soll einen Schnullerbaum erhalten

Kleinkinder in Düsseldorf : Ein Schnullerbaum für Düsseldorfs Kinder

Ein Schnullerbaum könnte auf dem Waldspielplatz in Oberrath gepflanzt werden. Es soll Kindern in Düsseldorf helfen, auf den Schnuller zu verzichten.

Eltern wissen nur zu gut, wie schlafraubend und nervtötend es sein kann, wenn der Nachwuchs in der Nacht seinen Schnuller verliert und lauthals nach seinem Nucki kräht. Aber nicht nur deswegen sind die Eltern froh, wenn endlich die Schnulliphase beendet werden kann. Denn zu langes Schnullern kann auf Dauer zu Zahnfehlstellungen führen und sogar Sprachfehler zur Folge haben.

„Die Verwendung eines Schnullers ist grundsätzlich nicht schädlich. Man sollte aber einige Dinge beachten“ sagt die Düsseldorfer Kieferorthopädin Ulrike Platte. Sie rät, den Schnuller nach dem Einschlafen des Kindes wieder herauszunehmen, ein möglichst kleines Saugteil zu verwenden und den Schnuller nur bis zum zweiten Lebensjahr zu benutzen. Doch dem Kind das Schnullern abzugewöhnen, ist oft nicht leicht und gelingt nur mit Tricks und Versprechen wie dem Besuch der Schnullerfee.

Eine weitere Idee, Kinder vom Nucki zu trennen, stammt aus Dänemark. Dort gibt es schon seit 100 Jahren sogenannte Schnullerbäume. An Bäumen in Parkanlagen können Kinder ihre Schnuller aufhängen und diese später noch besuchen kommen. Verbunden wird die Schnullerabgabe mit einem kleinen festlichen Akt, so dass die sonst eher problematische Trennung mit einem Ausflug positiv verbunden wird. Zudem sieht das Kind, dass auch andere Kinder ihren Schnuller abgegeben haben, es mit diesem Problem nicht alleine ist.

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Bislang gibt es in Deutschland rund 35 Städte, die dem dänischen Beispiel gefolgt sind. Nun soll auch Düsseldorf dazu kommen. So wird Ferry Weber (FDP) in der Mai-Sitzung der Bezirksvertretung 6 den Antrag stellen, solch einen Baum auf dem Waldspielplatz in Oberrath einzuführen. „Die Kleinkinder sollen die eher problematische Trennung vom Schnuller mit einem positiven Erlebnis verbinden“, sagt Weber. Die Kinder, die jetzt in das Alter kommen, an denen der Schnuller abgegeben werden sollte, hätten es durch die Kontaktbeschränkungen in den vergangenen zwei Jahren ohnehin schwer genug gehabt.

Kim Japzkewitz, Erzieherin im Familienzentrum am Litzgraben, hält einen Schnullerbaum allerdings nicht für eine grundsätzliche Lösung, sondern nur für ein begleitendes Element, um Kindern das Schnullern abzugewöhnen. „Wichtig ist es in jedem Fall, das Kind rechtzeitig auf die Abgabe des Schnullers vorzubereiten und beim Prozess der Entwöhnung emotional zu begleiten.

Eine gute Möglichkeit ist es, zunächst den Einsatz zu dosieren und Alternativen wie Kuscheln anzubieten.“ Zudem sei der Standort des Schnullerbaums wichtig. Solch einen Baum direkt vor einer Kita könne wie eine Mahnung oder Drohung an das Kind wirken, „Etwa nach dem Motto: Da musst du auch bald deinen Schnuller hinhängen.“, sagt Japzkewitz.

Axelle Wagneter, Mutter von Célia (1,5 Jahre) und Adrien (4), kann sich hingegen gut vorstellen, den Schnullerbaum zu nutzen. „Noch ist Célia dafür zu klein, aber im Sommer, wenn es dann schon den Baum geben sollte, könnte das hilfreich sein.“ Denn bei Adrien war auch ein Trick notwendig, um ihm vom Schnuller zu lösen.

Für ihn war nicht die Schnullerfee sondern der Weihnachtsmann im Einsatz. „Der hat den Schnuller mitgenommen und dafür eine lange gewünschte Toniebox mitgebracht. Im Sommer gibt es aber keinen Weihnachtsmann, da wäre der Schnullerbaum vielleicht eine gute Alternative.“