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Düsseldorf-Rath: Schüler ziehen ins Container-Dorf

Schulen in Düsseldorf : Rather Schüler ziehen ins Container-Dorf

Seit den Herbstferien sind die Schüler schon in der Interimsanlage untergebracht. Nun wurde das Areal offiziell eingeweiht.

Auf den ersten Blick wirkt es nicht gerade anheimelnd: zweistöckige Containerbauten, die als Viereck angeordnet um eine Betonfläche stehen. Viel schöner sahen die ursprünglichen Gebäude des Friedrich-Rückert-Gymnasiums zum Ende hin von außen jedoch auch nicht mehr aus. Dafür ist das Innere des Interims, in das die Schule im Zuge der beginnenden Sanierungsarbeiten seit den Herbstferien gezogen ist, komplett neu und hochmodern.

„Ich werde nicht müde, die Stadt über den grünen Klee zu loben“, sagt eine sichtbar erleichterte Schulleiterin Dorothee Pietzko bei der offiziellen Eröffnung. Da die Baumaßnahmen und Sanierungsarbeiten geschätzte sechs Jahre in Anspruch nehmen werden, war ihre Sorge um die Zukunft des Rather Gymnasiums groß.

„Wer würde schließlich sein Kind an einer Dauerbaustelle anmelden wollen?“, sagt sie. Ihren Vorstoß, die Schule zumindest für die Dauer der zweijährigen Kernsanierung auf das Gelände der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft auszulagern, trug sie damals „ohne viel Hoffnung“ dem Rat der Stadt vor. Doch zu ihrer Überraschung bewilligte dieser den Vorschlag, dem das Rückert-Gymnasium wie auch dem Abendgymnasium in den nächsten zwei Jahren ein Lehrumfeld ohne ständige Teilschließungen, Raumumplanungen oder Baulärm ermöglicht.

Damit kommen noch einmal neun Millionen Euro zu den bisher geschätzten 45 Millionen Euro teuren Maßnahmen hinzu. Die Container wurden extra angefertigt und sind technisch mit Wlan und Kurzbeamer voll ausgestattet, um den Bedarf eines vierzügigen Gymnasiums mit mehr als 760 Schülern gerecht zu werden. Die Raumplanung der 320 Container stellte dabei die größte Herausforderung dar, denn naturwissenschaftliche Fächer oder der Musikunterricht bringen unterschiedliche Anforderungen mit. Neben dem Schulinventar sind auch alle Archive und Sammlungen sowie die Mensa und die schuleigene Bibliothek umgezogen.

Lediglich der Sportunterricht verbleibt am alten Standort Rückertstraße. Zwar erhält die Schule im Zuge der Sanierungsmaßnahmen auch eine neue Turnhalle, die alte kann jedoch weiterhin genutzt werden. „Es freut mich deshalb umso mehr, dass die vorhandene Dreifach-Sporthalle für den Schul- und Vereinssport auch während der Bauzeit genutzt werden kann“, sagt Stadtdirektor Burkhard Hintzsche.

Im Herbst 2021 sollen die Schüler wieder in ihre alten Räumlichkeiten zurückkehren können. Dann jedenfalls soll die energetische Kernsanierung und die der Gebäudehülle abgeschlossen sein. Die Schreckensvorstellungen einiger Schüler beim Wort „Container-Areal“ haben sich nicht erfüllt, sagt Schülersprecher Louis Michailidis. „Natürlich wirkt alles noch ein bisschen kahl und ungewohnt. Aber unsere alte Schule war auch ein Ort, den wir mit sehr viel Farbe und Kunst gestaltet hatten“, sagt der 17-Jährige. „Das können wir jetzt in der Form in den Containern natürlich nicht machen. Aber die Klassen fangen schon an, sich ihre Räume persönlicher einzurichten.“

So überreichten die Schüler der Schulleitung zur Eröffnung des Container-Dorfs eigens gestaltete, bunte Klassenschilder für ihre Klassenzimmer. Und schließlich sei es ja nur eine zeitweise Umgewöhnung, betont der Schüler. „Wir sehen diesen Ort nicht als Container-Schule, sondern bloß als unsere Schule für die nächsten zwei Jahre an.“

(nika)