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Düsseldorf-Rath: Martin Ritterbach schreibt eine Geschichte aus dem Garten

Autor in Düsseldorf : Eine Geschichte aus den Gärten Raths

Mit Tochter Luna startete Martin Ritterbach das Buch-Projekt, das irgendwann auf Eis lag. Jetzt hat er es fertiggestellt. In der Geschichte spielen Nachbarn mit und Verwandte, Freunde und Haustiere.

In der unteren Küchenschublade liegt das Sieb, das Martin Ritterbach griffbereit haben muss, immer dann, wenn Katze Tinka dieses bestimmte Miauen hat, ein Miauen, das Ritterbach sofort erkennt, das Miauen, wenn Tinka wieder eine Maus erwischt hat. Zwei Sekunden bleiben Martin Ritterbach dann, um die Maus zu fangen, wenn Tinka sie losgelassen hat, zwei Sekunden Schockstarre, Sieb drauf, Zeitung drunter und ab mit der total verängstigten Maus in die Tupperdose, damit die Katze nicht auf dumme Gedanken kommt. Das passiert ab und an bei Martin Ritterbach, einmal, da hat er sogar zwei auf einen Streich geschnappt, die Mäuse in einer grünen Tupperdose versteckt, sie im Wald freigelassen, der gleich gegenüber seinem Haus liegt, hinter der Straße, hinter den Bahngleisen.

Viele solcher Begegnungen hat Martin Ritterbach schon gehabt, für den das erstmal nur Erinnerungen waren, im Kopf abgespeichert. Bis er irgendwann die Idee hatte, ein Buch zu schreiben, nachdem er jahrelang zugehört hatte, wie seine Frau Katja der gemeinsamen Tochter Luna Bücher vorlas, die Warrior Cats, in denen Katzenclans martialisch gegeneinander kämpfen, sich vertreiben, Charaktere sich verlieben. Es gibt fiktive Karten und Schauplätze, dutzende Bücher. „Und ich dachte, das kann ich auch“, erzählt Martin Ritterbach, der sich mit der damals 13 Jahre alten Luna an den Tisch setzte, ein Blatt Papier vor sich, den Laptop an, für die Recherche, „wir sind ganz wissenschaftlich rangegangen“, sagt der 57-Jährige. Katzen gab es schon, Eulen und auch die Bären waren besetzt, „da haben wir uns für die Mäuse entschieden“, sagt Martin Ritterbach, der das Set ganz genau vor Augen hatte, seinen Garten in Rath, die Gärten seiner Nachbarn. Nebendarsteller waren schon da, die Ratten, die seinem Neffen Felix gehörten, Katze Tinka und der cholerische Nachbar, der inzwischen nicht mehr im Viertel wohnt, die 17 Gärten, die Schienen, der große Teich im Garten neben, die Straße, der Wald, die Rampe und der Mann, der sich darauf bei einem Fahrradsturz die Rippen bricht – „das ist meinem Schwager passiert“, sagt Ritterbach. „Ich musste die Geschichte eigentlich nur noch aufschreiben.“ Das war 2013.

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Einig waren sich Vater und Tochter schnell: Ein Kinderbuch soll es nicht werden, auch wenn Jungmäuse die Hauptrollen spielen – Klee vom Gartenstamm und Tau vom Waldstamm, die sich begegnen, nachdem Klee einen Katzenangriff überlebt hat und er auf der Suche nach seinem Zuhause ist. Nicht zufällig heißt die Katze im Buch Tinka, „Mäuse bringt sie gerne mit, aber in Wirklichkeit ist sie die liebste Katze“, sagt Ritterbach, der ihr ein bisschen unrecht tut in „Der Mäusestamm“, der aber auch Action wollte. Manchmal ein bisschen zu viel, manchmal musste Luna ihn bremsen, „sie sagte mir, dass nicht auf jeder Seite etwas passieren kann, die Mäuse sind jung, müssen auch mal spielen dürfen“. Es sollte mystisch sein und Tote geben und irgendwann, nach zwei, drei Jahren, als 250 Seiten schon im Laptop existierten, schlief das Projekt ein. Luna wurde älter, verlor das Interesse, Martin Ritterbach hatte Mühe, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten. Und doch wollte er es zu Ende bringen, „auf wunderliche Weise hat sich alles gefügt“, sagt Ritterbach, der oft abends im Zug geschrieben hat, auf dem Weg nach Hause.

Nicht, um groß Geld damit zu verdienen, „ich bin da Realist“, sagt der 57-Jährige, der nur aus Neugier ein paar Kapitel an einen Verlag geschickt hat. Sein Buch kann man im Internet als E-Book runterladen, etwa zwei Euro hat er damit schon verdient, sagt Ritterbach und lacht. Für die Familie, für seine Tochter hat er eine gute Handvoll Exemplare binden lassen. „Als der Karton kam, war das ein tolles Gefühl“, erinnert sich der 57-Jährige, der erstmal ein anderes Buch daneben legen musste, um einen Vergleich zu haben, um festzustellen, „dass es ein richtiges Buch ist“.

Auch wenn Martin Ritterbach im Moment ein bisschen der Antrieb fehlt, der Grund, um ein nächstes Projekt zu starten, hat er doch schon Ideen für eine Fortsetzung. Eigentlich ist die Geschichte schon fast fertig – in seinem Kopf natürlich. Sie wird in Italien spielen, „als die Mäuse merken, dass die Menschen packen, kommen sie mit“, erzählt Ritterbach. Vielleicht werden wieder Klee und Tau mitspielen, vielleicht Tinka. Vielleicht werden es ganz andere Charaktere sein. Und vielleicht dauert es noch eine ganze Weile, bis Teil zwei kommt. Aber irgendwann wird Martin Ritterbach einen Grund haben, die Geschichte aufzuschreiben, da ist er sich sicher.