Bestattungen Neuhaus: Das älteste Unternehmen in Düsseldorf-Rath

125 Jahre Bestattungen in Rath : Das älteste Unternehmen in Rath

Vor 125 Jahren verkaufte Friedrich Neuhaus den ersten Sarg. Damit war der Grundstein für das Familienunternehmen gelegt.

Als Friedrich Neuhaus sich mit seinem gesamten Vermögen in Höhe von 400 Mark selbstständig macht und am 18. Februar 1894 seinen ersten Sarg verkauft, ahnt er gewiss nicht, dass er damit den Grundstein für eine 125 Jahre lange Erfolgsgeschichte legen wird. Denn genauso lange gibt es das Familienunternehmen Bestattungen Neuhaus, das in dieser Zeit auch immer seinen Standort am Rather Kreuzweg 90 hat und somit das älteste bestehende Unternehmen in Rath ist. Und der Fortbestand ist zumindest theoretisch gesichert, denn mit dem sechs Monate alten Valentin Friedrich gibt es nun die sechste Generation der Familie.

„Wenn er das Unternehmen fortführen würde, dann wäre das schön, aber wir werden ihm auch andere Wege offenhalten“, sagt Vater Friedrich Marius, der im Januar die Geschäftsführung übernommen hat. Das war bei seinem Vater noch anders. „Es stand schon immer fest, dass ich Bestatter werden soll.“ Die Mutter wollte ihm aber auch andere Weichen stellen und ging mit ihm zur Berufsberatung. „Weil ich nicht sonderlich groß, dafür leicht bin, wurde mir empfohlen, Jockey zu werden“, sagt Senior Friedrich Johann. Darüber kann er heute noch immer lachen.

Friedrich Marius hat über Jahre bei den Eltern Ute und Friedrich Johann beobachten können, welche Entbehrungen mit dem Beruf des Bestatters verbunden sind, besonders wenn man ein kleines Unternehmen führt. „Freie Wochenenden, ruhige Nächte oder ungestörten Urlaub gibt es nicht.“ Dennoch hat er sich mit 14 Jahren entschlossen, in die Fußstapfen der Eltern zu treten. „Ein Sterbefall ist eine Extremsituation, in der die Menschen Hilfe benötigen. Ihnen dann helfen zu können, sie zu begleiten, ist ein gutes Gefühl und meine Motivation“, sagt der Geschäftsführer.

Seine Ausbildung hat er nicht im Familienbetrieb absolviert. „Das war gut so, denn so haben wir neue Impulse erhalten.“ Die Bestattungskultur habe sich stark verändert. Die Beerdigungen werden immer persönlicher geplant, sagt Friedrich Johann. Dazu gehört beispielsweise das Abspielen der Lieblingsmusik des Verstorbenen, Blumenschmuck in den Farben des Lieblingsvereins oder mit Motiven verzierte Urnen, die einen Bezug zu den Verstorbenen, dessen Vorlieben und Hobbys haben.

„Die Menschen schätzen unseren persönlichen Service. Wir arbeiten hier Hand in Hand und jeder kann alle Aufgaben erledigen. Die Hinterbliebenen werden so nicht weitergereicht.“ Vielfach würde man Familien betreuen, die seit Gründung des Unternehmens schon Kunden sind. „Pietätvoll neue Kunden zu gewinnen, ist schwierig“, sagt Friedrich Marius. Deshalb sei das Unternehmen auch auf Mund-zu-Mund-Propaganda angewiesen. Froh sind die Neuhaus‘, dass wieder mehr Personen Vorsorge für die eigene Beerdigung treffen, auch wenn das Thema Tod gerne noch in der Gesellschaft vermieden wird. „Das ist eine finanzielle Erleichterung für die Hinterbliebenen und gleichzeitig wird Streit innerhalb der Familie über die Form der Bestattung vermieden.“

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