Attraktiver Ruhestand durch neue Veranstaltungsreihe in Düsseldorf Rath

Lebensqualität im Alter in Düsseldorf : Mit neuen Ideen in den Ruhestand

Mit einer Projektreihe in Rath soll geholfen werden, die Zeit nach dem Arbeitsleben sinnvoll zu gestalten.

Die Zeit nach dem Arbeitsleben wird als dritte Altersphase bezeichnet. Diese kann, wenn man beispielsweise in Frührente geht, mehrere Jahrzehnte lang sein. „Diese Zeit gilt es gut zu gestalten, um nicht verloren dazustehen oder um nicht in ein tiefes Loch zu stürzen“, sagt Susanne Gajewski vom AWO Zentrum plus in Rath. Sie hat öfter erlebt, dass Menschen im Ruhestand, vor allen Dingen wenn diese keinen Partner oder Enkelkinder haben, eine große Leere empfinden. „Der Garten ist irgendwann bearbeitet, alle Fotos sortiert und alle Listen abgearbeitet und man fragt sich, was kommt jetzt.“

Ähnliche Erfahrungen hat auch Tobias Schiefer vom Rather Familienzentrum in Gesprächen mit Männern gemacht. „Das ist ein großes Thema und ich habe schon länger überlegt, wie man dieses angehen kann.“ Zusammen mit Susanne Gajewski und Margret Kaminski, als Vertreterin der Oster-Kirchengemeinde, hat er nun ein Projekt für Menschen entwickelt, die rund zwei Jahre vor oder nach dem Renteneintritt stehen. Der „Bauplan für den Ruhestand“ soll helfen, den neubegonnenen Ruhestand zu gestalten und zu genießen. Von Oktober bis Juni werden dafür in Rath zahlreiche Angebote für die Ruheständler gemacht. „Wir wollen dabei Anreize geben, was alles möglich ist“, sagt Schiefer.

Dabei war den Organisatoren eine hohe Qualität der Projekte wichtig. Sie haben sich deshalb als Beraterin die Kulturpädagogin Sophie Voets-Hahne mit ins Boot geholt, welche auch alle Veranstaltungen moderieren wird. Diese werden zudem von Fachleuten begleitet oder gestaltet. Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe am Donnerstag, 10. Oktober, mit einer Lesung aus dem Buch „In Rente“ von Wolfgang Prosinger. Diese gestaltet der erfahrene Vorleser Klaus Langer, der unter anderem als Referent für gutes und spannendes Vorlesen arbeitet. „Bei dem Werk handelt es sich um eine fiktive Geschichte, die aber auf sehr pointierter Art die mit dem Ruhestand verbundenen Veränderungen und Probleme darstellt“, sagt Langer.

Beim Thema „Wohnen im Alter“ am 10. Dezember beispielsweise ist ein Vertreter des Wohnungsamtes dabei. Der Workshop „Biografisches Schreiben“ im Januar wird von der Referentin Erny Hildebrand geleitet und der „Interkulturelle Rundgang durch Rath“ im März wird von Dirk Sauerborn, Kontaktbeamter der Düsseldorfer Polizei, begleitet.

Die Organisatoren versprechen sich von dem Projekt, dass sich neue Themen ergeben und vielleicht neue Gruppen gründen werden oder sich neue Ehrenamtler finden. „Wir würden für Gruppen Zeit und Raum bieten, damit diese direkt loslegen können“, sagt Susanne Gajewski. Sollten sich aber keine Gruppen finden, jemand aber Gefallen an einem der ausprobierten Beschäftigungen wie Fotografieren, Singen, Kochen oder Malen gefunden haben, wird ihm von den Referenten ein bereits bestehendes Angebot empfohlen. Das kann dann allerdings auch außerhalb vom Stadtteil Rath stattfinden.

„Das wird spannend, da wir eine ganz neue Klientelgruppe ansprechen und es solch eine umfassende Veranstaltungsreihe für so ein Thema noch nicht in Düsseldorf gibt“, sagt Tobias Schiefer. Die Teilnahme an allen Veranstaltungen des „Bauplans für den Ruhestand“ ist kostenfrei, da das Projekt von der Stadt Düsseldorf gefördert wird.

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