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Düsseldorf: Altlasten verhindern Wohnbebauung

Düsseldorf : Altlasten verhindern Wohnbebauung

Der Entwurf für die Bebauung eines 6,7 Hektar großen Areals in Rath liegt seit zwei Jahren vor. Für eine Umsetzung wird das Gebiet "Nördliche Westfalenstraße" nun aufgeteilt, damit endlich die Planungen voranschreiten können.

Die Gerüchte kursieren schon lange, dass das ehemalige Betriebsgelände der Firmen Sack und Kieselbach sowie Paguag entlang der Westfalenstraße nicht wie ursprünglich geplant vollständig bebaut werden kann. Gutachten haben nun die Befürchtungen bestätigt, dass Altlasten im nördlichen Bereich des Areals in nächster Zeit dort keine Bebauung zulassen, die ursprünglich insgesamt 500 geplanten Wohneinheiten nicht umgesetzt werden können. Um aber nicht das gesamte Vorhaben zu gefährden, soll nun das Gebiet in etwa zwei gleich große Bauabschnitte aufgeteilt werden, die unabhängig voneinander entwickelt werden. Diesen Plänen muss die Bezirksvertretung 6 in ihrer Sitzung am nächsten Mittwoch noch zustimmen.

Und diese hatte eigentlich für eine gleichzeitige Entwicklung des gesamten Baulandes gekämpft, damit nicht nur der attraktivere Teil entlang der Straße vor allen Dingen für den Einzelhandel genutzt wird und der hintere Teil des Gebietes womöglich lange Zeit unbebaut bleibt. Bevor jetzt aber gar nichts geschieht — als Baubeginn war ursprünglich Anfang 2013 genannt worden — will die Verwaltung durch die Gebietsaufteilung die Planungen voranbringen, zumal für den nördlichen Teil noch kein Investor gefunden wurde. "Es ist damit zu rechnen, dass die Entwicklung dieses Gebietes auch neue Bewegung in die Vermarktung und Fortentwicklung des Nordteils bringen wird", heißt es bei der Verwaltung.

Im südlichen Teil sind nun ein Supermarkt, kleine Läden und Büroräume, eine Kita, ein Marktplatz und rund 150 Wohnungen geplant. Gerald Helmke, Sprecher der Grünen Stadtteilgruppe, begrüßt diese Pläne. "Es ist wichtig für Rath, dass die Entwicklung an der Westfalenstraße jetzt weitergeht. Denn der Quartiersplatz, das Einkaufszentrum und die ersten 150 Wohnungen werden die Straße deutlich attraktiver und lebenswerter machen." Neu an den aktuellen Plänen ist auch, dass im Rahmen des vom Rat der Stadt vor einigen Monaten verabschiedeten Handlungskonzept "Zukunft Wohnen" 25 Prozent der 150 Wohnungen als preisgedämpfte Wohneinheiten mit einer Nettokaltmiete von 9,50 Euro pro Quadratmeter geplant werden müssen.

Von Sozialen Wohnungsbau wird an dieser Stelle aber weiterhin abgesehen. Das war dem Investor 2010 beim Kauf des Areals zugesagt worden und würde auch nicht den Entwicklungszielen für den Stadtteil entsprechen. So sind die Leitziele, die mit Hilfe von Fördermitteln umgesetzt werden sollen, Stabilisierung der Wohnverhältnisse, Aufwertung des Wohnumfeldes und der Freiräume, Schaffen von sozialer Stabilität und Stärkung des Stadtteilzentrums Westfalenstraße. "In Rath muss genau darauf geachtet werden, dass keine zusätzliche Belastung für den Stadtteil durch politische Beschlüsse eintritt", sagt Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel (CDU). Sie hatte sich als Ratsfrau intensiv für einen bezahlbaren Wohnraum für die Mittelschicht an diesem Standort eingesetzt, auch um Kaufkraft nach Rath zu holen.

(RP)