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Ärger um eine Lebensmitteltauschstelle in Düsseldorf Rath wegen Verunreinigung des Ortes.

Umgang mit Lebensmitteln in Düsseldorf : Ärger um Lebensmittel-Tauschstelle in Rath

Die angebotenen Lebensmittel seien nicht ausreichend geschützt und würden nach dem Regen vor sich hingammeln, kritisiert die Politik.

Eigentlich sind die Lebensmittelräder der Initiative „Enjoy the Food“ eine gute Einrichtung, weshalb das Projekt auch vom Umweltamt gefördert wurde. Die Fahrräder werden mit mehreren Kunststoff-Boxen bestückt und an belebten Stellen im Stadtteil abgestellt. Regelmäßig werden die Boxen dann mit Lebensmitteln wie Obst, Gemüse und Backwaren von der Initiative oder Bürgern bestückt, die sonst im Müll gelandet wären. Wer etwas braucht, darf es sich einfach entnehmen. Ein solches Rad wurde auch Anfang des Jahres gegenüber dem S-Bahnhof Rath aufgestellt – und sorgt nun für Ärger in der Bezirksvertretung 6.

„Die Stelle ist ekelig und eine tolle Einrichtung für Ratten, die sich prima an den Broten bedienen können“, erklärt Karl-Heinz Kals (CDU). Er ist nicht der einzige in dem Gremium, der zum Beispiel beobachtet hat, dass dort durch Regen total durchweichte Brote und faulendes Gemüse lagen. Kals hat deshalb eine Anfrage an die Verwaltung gestellt, um herauszufinden, wer für die Überwachung solcher Standorte zuständig ist.

„Da es sich um eine rein privat organisierte Tätigkeit handelt und hauptsächlich Mitglieder untereinander tauschen, wird dies seitens der amtlichen Lebensmittelüberwachung nicht als gewerbliche Tätigkeit angesehen und fällt somit auch nicht unter die Vorgaben des Lebensmittelrechts“, teilt das Amt für Verbraucherschutz mit. Dennoch wurden mit der Initiative Regeln vereinbart. Dazu gehört beispielsweise, dass nur unverarbeitetes Obst und Gemüse getauscht werden kann. Zudem führt das Amt unregelmäßig Kontrollen an den insgesamt 14 Lebensmittel-Verteilstationen im Stadtgebiet durch. Die letzte Kontrolle in Rath fand Ende Oktober statt. Damals befanden sich keine Lebensmittel in den Fahrradboxen. Zudem teilt das Amt mit, dass es in den letzten Jahren keine Beschwerden über Standorte erhalten hat.

Die Politiker haben nun beschlossen, Fotos an das Amt für Verbraucherschutz zu schicken, sollten sie dort wieder gammelige Lebensmittel sehen, damit der Ort dann gereinigt wird. Die Initiative selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.