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Garath: Rat beschließt Trägerwechsel der Garather Kita

Garath : Rat beschließt Trägerwechsel der Garather Kita

Der Rat bestätigte seinen alten Beschluss aus dem Juli 2012. SOS Kinderdorf übernimmt städtische Einrichtung.

Mit den Stimmen von CDU, FDP und den Grünen ist der Trägerwechsel der städtischen Kindertagesstätte an der Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße zu SOS Kinderdorf gestern im Stadtrat nach einer über einjährigen Hängepartie nun endgültig beschlossen worden. Der Abstimmung war eine emotionale Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern vorausgegangen.

Angelika Kraft-Dlangamandla (Linke) beantragte, die Kita in städtischer Trägerschaft zu lassen und kritisierte die Art der Spendenakquise des Vereins SOS Kinderdorf. "Hören Sie auf, Angst zu schüren und die Eltern zu verunsichern", konterte Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP): "Gerade Sie sind diejenigen, die sich beklagen, wenn nicht genügend Kita-Plätze geschaffen werden."

SPD-Bürgermeisterin Gudrun Hock bezeichnete das als "Unverschämtheit" – geht es doch aus der Sicht der Gegner bei diesem Wechsel eben nicht darum, neue Plätze zu schaffen oder für eine – bereits vorhandene – Trägervielfalt in der Stadt zu sorgen, sondern alleine darum, Geld im städtischen Personaletat zu sparen. Stephan Friedel (CDU) erinnerte daran, dass der Jugendhilfeausschuss einmütig den Trägerwechsel beschlossen habe: "Die Einsparungen durch den Wechsel sollen in den Kita-Ausbau gesteckt werden."

Jugenddezernent Burkhard Hintzsche verwies darauf, dass in der Stadt in diesem und im kommenden Jahr 1000 zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden, "überwiegend von freien Trägern durch Investorenmodelle." Er könne sich gut vorstellen, dass auch SOS Kinderdorf weitere zusätzliche Kita-Plätze schaffen werde. Damit reagierte er auf die Kritik der Garather Ratsfrau Kraft-Danglamanda, die nicht versteht, warum SOS nicht in einem der vielen existierenden Leerstände im Stadtteil eine neue Kita eröffne, sondern stattdessen eine funktionierende städtische übernehme. An diesem Punkt setzt auch die Kritik und damit die ablehnende Haltung der SPD an: "Wir verstehen nicht, warum man eine gute Arbeit einfach so abbricht", sagte Ratsfrau Ursula Holtmann-Schnieder im RP-Gespräch nach der Abstimmung.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann unterstrich, dass es bei dieser zu schulternden Mammutaufgabe der Kinderbetreuung für die Städte und Gemeinden nicht darum gehen dürfe, Erbhöfe zu erhalten.

(rö/dr)