Rath : Radikal reduzierte Bildsprache

Der Rather Künstler Robert Stulier öffnet am Wochenende in seinen Laden eine Fotoausstellung. Dabei zeigt er unter anderem Bilder von Dingen, die er erst mittels Fotografie sichtbar gemacht hat.

Am Wochenende findet zum zweiten Mal das "Duesseldorf Photo Weekend" statt. Galerien, Museen und Institutionen aus Düsseldorf zeigen am 2. und 3. Februar Ausstellungen zum Thema Fotografie. Das nimmt auch der Rather Fotograf Robert Stulier zum Anlass, seine neuesten Bilder der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ausgestellt werden diese in den Geschäftsräumen von "Photo-Synthese", einen Laden, der vom Ehepaar Stulier betrieben wird und in dem unter anderem Kunst, Designgegenstände und kuriose Wohnaccessoires angeboten werden.

Dort findet sich ebenfalls ein kleines Fotostudio und dort stellt Robert Stulier auch seine Werke aus. Er arbeitet seit 30 Jahren als Künstler und Fotograf und hat Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie an der Folkwangschule in Essen studiert. Unter anderem war er danach als Assistent von Harlan Ross Feltus tätig, der als Deutschlands bekanntester Kinderfotograf galt. Ausstellungen und Auszeichnungen folgten.

So ist Stulier Preisträger des 1. Internationalen Marianne Brandt Wettbewerbs, an dem sich 429 Künstler und Designer aus 18 Ländern beteiligten. Zudem war und ist der Fotograf für zahlreiche Konzerne tätig.

Seine aktuellen Werke stehen unter dem Titel "Düsseldorfer Kapitäne – Porträts aus der Heimat". Dabei zeigt Stulier Orte und Personen, die für die Stadt prägend sind. Die Fotos aber löst er in Pixelspalten auf. So verfremdet erhalten sie kubistische Züge. "Die Fotografien beschäftigen sich mit der Reduktion und der Fragestellung, wie viele Bildinformationen ich weglassen kann, um den oder einen Inhalt dennoch transportieren zu können", sagt Stulier.

Angewandt hat er dieses Verfahren beispielsweise bei Porträts von Josef Beuys und dem ehemaligen Vorstandssprecher der Deutschen Bank Friedrich Wilhelm Christians. Weitere Persönlichkeiten wie Campino, Marius Müller-Westernhagen und Heike Makatsch hat Stulier bereits angefragt. "Ich bin aber auch auf der Suche nach denen, die im Verborgenen wirken, wie die Leute der Armenküche in der Altstadt oder eine Hospizmitarbeiterin", sagt der Fotograf, der gerne Motiv-Vorschläge für seine Serie entgegennimmt.

Seinen Besuch bei Stulier hat bereits der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel angekündigt, der durch seine gesprayten Bananen bekannt wurde. Mit diesen markiert Baumgärtel seit 1986 die weltweit interessantesten Kunstorte. "Vielleicht bekommen wir ja auch eine Banane", sagt Stulier.

Neben seinen Heimatporträts wird Stulier jetzt auch Werke aus seiner Serie "Rausch in der Farbe – Farbe im Rausch" präsentieren. Bei diesen hat er mittels Fotografie Dinge visualisiert, die mit dem bloßem Auge nicht wahrnehmbar sind.

(brab)
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