Gerresheim: Radfahrer haben es schwer

Gerresheim : Radfahrer haben es schwer

Das Radwegenetz in Gerresheim ist löchrig und unsicher. Besonders gefährlich ist das Radfahren auf den Hauptausfallstraßen. In der Zukunft könnte ein Rad-Expressweg die Situation entschärfen.

Düsseldorf ist eine Autostadt. Wer mit dem Fahrrad mobil ist, muss mit parkenden Autos, fehlenden Radwegen und mangelnder Rücksichtnahme durch die Autofahrer rechnen. "Gerresheim ist kein Radfahrerparadies", sagt Rüdiger Heumann, zweiter Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Grund genug für die "Initiative gegen den Verein "Sozial- und umweltverträgliche Verkehrspolitik in Düsseldorf" (SVUD), sich gemeinsam mit Heumann, ein Bild von der Radfahrsituation des Stadtteils zu machen.

Dass die Situation für Radfahrer sehr schwierig ist, wissen die Zuhörer. Wolfgang Ribbert fährt jedes Jahr rund 6000 Kilometer durch die mit dem Fahrrad durch die Stadt. "Man muss immer aufpassen. Düsseldorf hat keine adäquate Infrastruktur. Verbindungen reißen häufig ab, Radwege enden plötzlich. Da muss man immer improvisieren."

Brennpunkte in Gerresheim

In der Gerresheimer Karte ist zwar ein engmaschiges Radwegenetz eingezeichnet. Dieses umfasse laut Heumann jedoch kaum separate Fahrradwege. Radfahrer müssen auf die Straße ausweichen und seien dort mit dem Autoverkehr konfrontiert.

Dann stellt Heumann in seinem Vortrag mehrere Brennpunkte für den Radverkehr heraus: "Die Ludenberger Straße bietet als Hauptausfallstraße und Teil der Bundesstraße 7 keine Perspektive für einen Radweg." Es gibt auch keine Parallelroute. Auf der Heyestraße sei das ähnlich. Hier könnten Radfahrer über die Routen Quadling- und Märkische oder die Manthenstraße ausweichen. Die Benderstraße gehört nicht zum Radnetz. Das für Radfahrer gefährliche Zweite-Reihe-Parken werde durch den anstehenden Straßenumbau entschärft. Es werde eine überbreite Fahrbahn gebaut, die neben den Straßenbahnschienen und der Autospur noch genug Raum für Radfahrer übriglässt. Bis zum Umbau könnten Radfahrer über die Route Unter den Eichen, die Pfeiffer-Straße oder den Hardter Höhenweg ausweichen. Auf der Gräulinger Straße, Neunzig- und Dreherstraße gebe es einige gebaute Radwege. Es komme allerdings häufig zu Konflikten mit Fußgängern zwischen Torfbruchstraße und Bertastraße. Auf der Torfbruchstraße sieht Heumanndie Möglichkeit für den Bau eines zweispurigen Radweges.

Express-Radweg

Für eine sichere Anbindung in der Zukunft hat Heumann eine Idee: Ein Express-Radweg könnte anstelle von nicht mehr genutzten Bahngleisen direkt bis zum Düsseldorfer Hauptbahnhof führen.

(RP)