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Hafen: Protestaktion für mehr Wohnraum

Hafen : Protestaktion für mehr Wohnraum

Städtische Wohnungen an der Hammer Dorfstraße stehen leer. Wohnungssuchende sind empört.

Das Bündnis für bezahlbaren Wohnraum hat gestern dagegen protestiert, dass die Wohnhäuser Hammer Dorfstraße 1-17 zum großen Teil leer stehen, obwohl "Wohnungsnot herrsche". Zahlreiche Menschen hatten sich vor dem Wohnkomplex eingefunden, um gemeinsam den Druck auf den Eigentümer, die Städtische Wohnungsgesellschaft (SWD), zu erhöhen. "Allein an der Hammer Dorfstraße stehen 34 Wohnungen leer, mit der Begründung, diese wären unbewohnbar und daher menschenunwürdig. ,Unbewohnbar' sieht unserer Meinung nach anders aus", sagte Oliver Ongaro, Sprecher des Bündnisses.

Mit ihm hatten sich einige Paare, Familien und Einzelpersonen eingefunden, die seine Meinung teilen und gern in den Gebäudekomplex einziehen würden. Einer von ihnen ist Erion Durka, 34 Jahre alt. Der alleinerziehende Vater von zwei Kindern sucht bereits seit einem halben Jahr eine neue Wohnung. "Ich brauche eine Wohnung, die größer ist, damit meine fünfjährige Tochter ein eigenes Zimmer haben kann. Momentan leben wir in Oberbilk auf 34 Quadratmetern." Nachdem die Protestler am Mittag eine der Wohnungen im zweiten Stock besichtigen konnten, fällt sein Urteil klar aus. "Ich würde hier sofort einziehen. Einige Renovierungsarbeiten kann man auch selbst erledigen", sagte der junge Vater. So wie ihm, gehe es auch vielen Anderen. Obwohl zahlreiche Wohnungen leer stünden, fänden viele Wohnungssuchende keine passende Bleibe. Wohnraum in Düsseldorf sei teuer, und viele Hartz-IV-Empfänger hätten von vornherein keine Chance.

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Die Betroffenen fühlen sich von der Stadt allein gelassen. Erion Durka habe für seine Kinder den Job aufgegeben, seitdem bekomme er nur noch Absagen: "Wenn die Leute hören, dass ich alleinerziehend bin und keine Arbeit habe, sagen sie mir sofort ab". Für das Bündnis ist es ein Skandal, dass die städtischen Wohnungen leer stehen. Sie könnten mit geringen Umbauten bezugsfähig gemacht werden, und das bei niedrigen Mieten von vier Euro pro Quadratmeter. Mit der Protestaktion wollte das Bündnis auf die Wohnungssituation aufmerksam machen und hoffte auf eine Reaktion von Jürgen Heddergott, dem Vorstand der SWD. Wie bereits berichtet, hält die SWD eine Sanierung des Hauses durchaus für möglich, jedoch nur, wenn die Häuser komplett leer stünden. Dies ist zur Zeit jedoch nicht der Fall. Auch der Abriss der Gebäude und ein Neubau seien eine Möglichkeit. Allerdings stehe hierüber in absehbarer Zeit keine Entscheidung an, so Heddergott. Für Oliver Ongaro ist jedoch klar, dass die Stadt handeln muss, wenn nicht der Eindruck entstehen soll, dass den Verantwortlichen die andauernde Wohnungsnot der Bürger egal sei. "Mögliche Mieter haben wir hier genug, jetzt brauchen wir nur noch die Mietverträge."

(RP)