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Gerresheim: Platz erinnert an Verfolgung

Gerresheim : Platz erinnert an Verfolgung

Die Fläche rund um den Gedenkstein an den Prozess gegen angebliche Hexen wird nach den verfolgten Gerresheimerinnen Helene Curtens und Agnes Olmans benannt. Der Platz wurde saniert.

Der Platz rund um den Gedenkstein für die beiden als angebliche Hexen verbrannten Gerresheimer Frauen wird heute offiziell einen Namen bekommen: Helena-Curtens-und-Agnes-Olmans-Platz wird er künftig genannt, damit die Namen der beiden Gerresheimerinnen nicht in Vergessenheit geraten. Die 15-jährige Helena Curtens und die 48-jährige Agnes Olmans waren nach einem der letzten Hexenprozesse am Niederrhein 1738 verbrannt worden. Gerresheimer Bürger und die Bezirksvertretung 7 hatten sich dafür starkgemacht, die Opfer der Hexenverfolgung moralisch zu rehabilitieren. Mit dem Gedenken an die Opfer soll zugleich daran erinnert werden, dass Menschen durch Gewalt und Verfolgung kein Leid zugefügt werden darf.

Vor der offiziellen Namensgebung ist der Platz an Schönau-/ Ecke Dreherstraße in den vergangenen Wochen hergerichtet worden. Rund um den Gedenkstein, den Gabriele Tefke im Auftrag einer Initiative mit Monika Bunte an der Spitze geschaffen hat, wurde ein neuer Belag aufgetragen. Er ersetzt eine Rasenfläche, die durch Trampelpfade unansehnlich geworden war. Fußgänger, die möglichst schnell von der Bushaltestelle zur anderen Straßen gelangen wollten, hatten die Rasenfläche als Abkürzung benutzt. "Der neue Gehweg-Belag orientiert sich am Verlauf der ehemaligen Pfade", erklärt Claudia von Rappard. Die Leiterin der Bezirksverwaltungsstelle hatte mit Unterstützung der Bezirksvertretung eine Sanierung des Platzes bereits im vorigen Jahr vorangetrieben, lange bevor die neue Namensgebung beschlossen worden war. Das Ziel der Aktion: Ein gepflegter Platz soll die Bedeutung des Gedenksteins unterstreichen. Die Finanzierung der Sanierung kostete kein zusätzliches Geld, "sondern wurde aus Mitteln für laufende Instandsetzung von Straßen gezahlt, weil der Platz mit seinen Unebenheiten ein Risiko für Fußgänger war", berichtete von Rappard. Auch der Gedenkstein, der die Befreiung von Unterdrückung darstellen soll, wurde gereinigt.

(RP)