Pempelfort: Sternsinger ziehen von Geschäft zu Geschäft

Pempelfort : Sternsinger ziehen von Geschäft zu Geschäft

Erstmals sammelten Kinder der katholischen Gemeinden Derendorf-Pempelfort an der Nordstraße.

An der Nordstraße dürften in diesem Jahr an den Türen mehr Segenssprüche stehen als je zuvor: Erstmals war eine Gruppe der Sternsinger der katholischen Kirche Derendorf-Pempelfort dort unterwegs. Die Kinder zwischen acht und 13 Jahren gingen aber nicht, wie sonst üblich, zu bestellten Adressen, sondern diesmal einfach von Haus zu Haus, von Geschäft zu Geschäft.

"Wir wurden überall freundlich aufgenommen", berichtet Barbara Durst. Die 18-Jährige aus der Pfarrjugend begleitete zusammen mit Helen Quarg (ebenfalls 18) und Kaplan Regamy die kleinen Sänger auf ihrem Weg. "Und wo uns die Verkäufer kein Geld aus der Kasse geben durften, weil es eine Filiale war, haben uns die Kunden Geld in die Sammelbüchse gesteckt." Auch auf offener Straße zückten viele Passanten ihr Portemonnaie und spendeten für Kinder in Not — dieses Jahr geht der Erlös vor allem an Flüchtlingskinder in Malawi. Gudula Uland etwa war ganz begeistert, die Sternsinger auf der Nordstraße anzutreffen. "Als Kinder war ich selbst als Sternsinger unterwegs", erzählte sie und befüllte die Sammeldose.

Rund 50 Kinder sind in diesen Tagen im Auftrag der katholischen Kirche Derendorf-Pempelfort unterwegs. Dieses Jahr organisiert erstmals die Pfarrjugend die Aktion. "Die jungen Leute verstehen es besser, die Kinder zu ansprechen, So wurden alle Kinder der Gemeinde angemailt und die Resonanz war groß", sagt Kaplan Regamy, der als Geistlicher mit auf der Nordstraße unterwegs war. Regamy ist seit drei Jahren in Derendorf und Pempelfort tätig, wo er die Jugendarbeit neu organisiert hat. Zuvor arbeitete er in Oberbilk bei dem inzwischen zum Kölner Weihbischof ernannten Pfarrer Ansgar Puff. Mit Kaplan Regamy kam neuer Schwung in die innenstadtnahen Pfarrgemeinden, nicht nur in Sachen Sternsinger. "Ich habe aus den Reihen der Messdiener neue Jugendleiter gewonnen", erzählt Regamy, der aus Sri Lanka stammt und in Neuss groß geworden ist. Sein Ziel: Die Jugendarbeit sollte offener werden. "Wir wollen bewusst auch Nichtkatholiken einladen", sagt Regamy.

So gibt es seit 2011 jeweils im Mai im Barbarasaal den Hip-Hop-Wettbewerb "Move it", die Teilnehmer kommen dabei aus der ganzen Region. Im Sommer waren die Derendorfer und Pempelforter Kinder und Jugendlichen bei der 72-Stunden-Aktion dabei, bei der es darum ging, sich für einen wohltätigen Zweck drei Tage in den Dienst von Dritten zu stellen. Dazu hatte die Pfarrjugend Oberstufenschüler aus der ganzen Stadt zum Mitmachen eingeladen. 7200 Euro konnten an Flutopfer in Dresden überwiesen werden. Und im September organisierte die Pfarrjugend ein Benefizkonzert in der Heilig-Geist-Kirche zugunsten der Aids-Hilfe. Die kleinen Sternsinger können ebenfalls ein stolzes Ergebnis vorzeigen: Immerhin 5600 Euro haben sie "ersungen".

(RP)