Pempelfort: Als am 23. Januar Bomben fielen

Geschichte: Die Bombennacht von Pempelfort

Dagmar Gutheil hat ein Buch über die Luftangriffe am 23. Januar 1945 geschrieben.

Bei Dagmar Gutheil werden trockene Zahlen zu Namen, Identitäten, Schicksalen. Die Geschichten erzählt sie in ihrem Buch „...dass man wünschte, es wäre alles vorbei...“. Die frühere Lehrerin für Geschichte und Politik befasste sich mit den Spuren, die der Zweite Weltkrieg in Pempelfort hinterließ.

In ihrem Buch beschreibt sie den 23. Januar  1945, an dem 200 Spreng- und 300 Stabbrandbomben auf Pempelfort, Derendorf, Lohausen, Flingern, Bilk, Hamm, Oberbilk und die Hafengegend niedergingen und im Luftschutzkeller der Franklinschule 150 Menschen ums Leben kamen. Neben 74 Deutschen waren auch 76 Zwangsarbeiter aus den Niederlanden, der Ukraine, Italien, Frankreich, Belgien, Russland, Polen und Weissrussland unter den Opfern. „Da offenbart sich die Schizophrenie des Krieges. Menschen, die durch militärische Aktionen befreit werden sollen, sterben“, meint Gutheil.

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Angefangen hat Dagmar Gutheil mit der Recherche 2011 bei einem VHS-Schulprojekte. Bald wurde das Projekt zu einem persönlichen Anliegen. „Spätestens als ich 2012 im Stadtarchiv die Akten über den Bombenangriff in die Hände genommen habe, war ich infiziert“, gesteht Gutheil. Sie sprach mit Zeitzeugen, reiste in die Niederlande, nahm Kontakt mit dem Staatsarchiv in Rotterdam. „Es war keine Kleinigkeit, hunderte von Listen und Büchern auf Sütterlin zu lesen, um die Namen der Zwangsarbeiter zu ermitteln“, sagt die Autorin. Das Stadtarchiv Düsseldorf hat diese verdienstvolle Arbeit mit finanzieller Unterstützung durch das Kulturamt und die Bezirksvertretung 1 in seiner Schriftenreihe veröffentlicht.

„Mit Dagmar Gutheils fundierter Dokumentation liegt nicht nur ein wichtiger Baustein zur Geschichte Pempelforts im Zweiten Weltkrieg vor – Zwangsarbeit, Tod und Verderben sind in fast jedem Stadtteil deutscher Großstädte während des ‚Dritten Reichs‘ allgegenwärtig gewesen, so dass Pempelfort für sehr viel mehr als nur für sich selbst steht“, sagt der Leiter des Stadtarchivs Benedikt Mauer. Die Dokumentation „…dass man wünschte, es wäre alles vorbei…“ ist ab sofort im Buchhandel und im Stadtarchiv Düsseldorf erhältlich.

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