Pempelfort: "Mode Mohren": Keine Spur von Krise

Pempelfort : "Mode Mohren": Keine Spur von Krise

Viele Bekleidungsgeschäfte mussten schließen, doch das Haus an der Nordstraße behauptet sich.

Die Blütezeit der traditionsreichen Geschäfte der Damenoberbekleidung scheinen in Düsseldorf vorbei zu sein: Modeschlösschen, Rubein, Mode Kersten, zuletzt Edinette und noch andere angestammte, inhabergeführte Läden haben in letzter Zeit für immer geschlossen. Manche beklagen, dass die zunehmende Zentrierung auf die City zum Nachteil des Angebots in den Stadtteilen gehe.

Ein Traditionsgeschäft im Stadtteil hält sich jedoch nach wie vor, obgleich es ebenfalls zu den angestammten Adressen eher älterer, modebewusster Kundinnen zählt: Mode Mohren an der Nordstraße. Das seit rund 40 Jahren dort ansässige Geschäft hat Mitte vergangenen Jahres Oliver Schmidt vom Gründer Arnim Mohr übernommen, der in den Ruhestand wechselte. Offenbar hat Schmidt das richtige Konzept: Der Laden läuft, die Damen halten auch "dem Neuen" die Treue, und noch immer führt die Stammkundenkartei rund 4000 Namen.

Der gebürtige Lüdenscheider Schmidt (54) hat die Textilbranche von der Pike auf gelernt, er war in zahlreichen Städten Deutschlands tätig, kennt die Branche von der Seite der Produktion und der Lieferanten wie auch der Geschäftsleute. Im Laufe der Jahre wurde jedoch sein Wunsch immer stärker, selbst in den Einzelhandel zu gehen.

Bei einem abendlichen Spaziergang durch Ratingen vor sechs Jahren entdeckte er zufällig ein passendes Ladenlokal, vier Wochen später war "Delu-Moden" an der Lintorfer Straße eröffnet. Ein Auge hatte Schmidt aber auch schon lange auf Mode Mohren in Pempelfort geworfen. "Vor zwei Jahren habe ich dann Arnim Mohr angesprochen, denn ich kannte ihn durch meinen Vater, der ebenfalls in der Textilbranche tätig war, schon seit Kindeszeiten", berichtet Schmidt. Mohren willigte in die Übergabe ein und Schmidt übernahm im Juli 2013 das Geschäft für Damenoberbekleidung an der Nordstraße mitsamt der sieben Mitarbeiterinnen.

Der Name "Mode Mohren" blieb, mit Absicht. "Zunächst dachten viele Kundinnen, ihr angestammtes Geschäft sei für immer verschwunden." Doch Schmidt gelang es, die Damen zu überzeugen, dass das Ladenlokal, in dem sie zum Teil seit Jahrzehnten ihre Kleidung kaufen, bestehen bleiben wird. "Das ist ja zum Teil mehr als nur die Auswahl eines neuen Kleidungsstücks", beschreibt Schmidt das Verhältnis seiner Kundinnen zu ihm. "Bei Ihnen ist es immer so schön", bekommt Schmidt nach eigenen Angaben oft zu hören. Damit ist offenbar gemeint, dass in seinem Geschäft über die bloße Beratung auch noch eine persönliche Ansprache gepflegt wird. "Und das können die großen Kaufhäuser in der Innenstadt eben so nicht leisten", ist sich Schmidt sicher.

(RP)